Der Rettungsdienst wurde nicht gerufen

Prozess: Kind stürzt von Treppe und stirbt

Coburg - Ein zweijähriger Bub stirbt an einer Hirnblutung. Die Staatsanwaltschaft sagt: Der Lebensgefährte der Mutter ist schuld.

Im Prozess um den Tod eines zweijährigen Buben in Coburg hat der Angeklagte die Vorwürfe zum Teil eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 26-Jährigen aus dem Landkreis Kronach vor, im Januar dem Sohn seiner Lebensgefährtin einen Schlag oder einen Tritt verpasst zu haben, so dass das Kind eine Treppe hinabstürzte. Er rief daraufhin keinen Arzt, sondern legte den Buben ins Bett. Am nächsten Tag war das Kind gestorben. Die Anklage lautet auf Totschlag.

In einer Erklärung, die Anwalt Till Wagler am Montag zum Prozessauftakt verlas, erwähnte der Angeklagte keinen Schlag oder Tritt. Er schilderte lediglich, dass das Kind die Treppe heruntergefallen war. Er räumte aber ein, dass er es versäumt habe, sofort den Rettungsdienst zu rufen.

Fragen zur Tat wollte der Kfz-Mechatroniker nicht beantworten. Er ließ erklären, dass er nach dem Treppensturz Panik verspürt habe. Auch habe er Angst vor den Eltern seiner Lebensgefährtin gehabt. Mit ihnen habe er sich nicht gut verstanden. Zudem habe er gar nicht daran gedacht, dass das Kind schwerere Verletzungen davongetragen haben könnte. Er sei lediglich von ein paar blauen Flecken ausgegangen. Die Obduktion ergab allerdings, dass der Bub ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Hirnblutung erlitten hatte.

In der Beziehung zwischen dem Angeklagten und der Mutter des Kindes hatte es schon zuvor gekriselt. Die junge Frau hatte ihrem Freund vorgeworfen, sie betrogen zu haben, wie sie vor Gericht aussagte. Der 26-Jährige erklärte, er sei genervt gewesen von den vielen Haustieren - mehreren Katzen und einem Hund - in der gemeinsamen Wohnung.

Am Tag der Tat hatte es erneut Streit gegeben. Die 22 Jahre alte Mutter war nach eigener Aussage bei einer Freundin in Coburg. Ihr Freund, selbst Vater dreier Kinder aus früheren Beziehungen, versorgte den Buben alleine. Per Telefon und SMS stritt das Paar. Es sei um Haushaltsarbeiten gegangen, sagte die junge Frau. Vom Treppensturz und vom Tod des Sohnes erfuhr sie am nächsten Morgen durch die Polizei. „Ich kann nicht mehr schlafen und nicht mehr essen“, schilderte sie die Trauer um das Kind.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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