Spur führt nach Mühldorf

Familienvater aus Bayern wohl Kopf von Kinderschänder-Netzwerk: Nachbarn und Landrat „entsetzt“

Ein Familienvater wurde im Landkreis Mühldorf von einer Spezialeinheit festgenommen. Er soll der Kopf eines Kinderschänder-Netzwerks sein.

Mühldorf – Im Landkreis Mühldorf* ist der Schock groß: Denn bei der Zerschlagung einer der weltweit größten Kinderpornografie-Plattformen, die am Montag bekannt wurde, führt die Spur der Ermittler in den oberbayerischen Landkreis. Wie nun bekannt wurde, hatte am 13. April um halb 9 Uhr abends eine Spezialeinheit der Bundespolizei ein Einfamilienhaus in einem Weiler im südlichen Landkreis gestürmt und Familienvater Alexander G. in Handschellen aus dem Keller geholt. Der gebürtige Münchner soll der Kopf des vom BKA und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt zerschlagenen Kinderschänder-Netzwerks „BoysTown“ sein. Über 400.000 Nutzer weltweit sollen von seinen Servern aus mit Missbrauch-Szenen männlicher Kinder versorgt worden sein.

Drahtzieher von Kinderschänder-Plattform wohl aus Bayern: Er hat selbst Kinder

„Er hat sich vom Dorf abgesondert, wir haben ihn nur im Auto vorbeifahren sehen“, sagen Nachbarn. Brisant: Der 48-jährige Programmierer hat selbst vier Buben, zwei noch minderjährig. Ob auch sie zu Opfern wurden oder G. lediglich als Administrator tätig war, prüfen die Ermittler derzeit. G.s Anwalt möchte sich derzeit nicht zu den Vorwürfen äußern.

Die ausschließlich über das Darknet zu erreichende Plattform „Boystown“ war viermal größer als die 2019 abgeschaltete Webseite „Elysium“. Nach einem Bericht von Bild trug Alexander G. aus Kraiburg die Server-Kosten selbst, bewegte sich konspirativ mit Bitcoin-Zahlungen im Netz und kommunizierte mit anderen Administratoren über den verschlüsselten Messenger-Dienst Threema. Die Ermittler konnten dank ihres überraschenden Zugriffs Chat-Verläufe der Nutzer sichern und erhoffen sich dadurch Hinweise auf weitere Täter.

Kinderschänder-Spur führt nach Mühldorf: Landrat zeigt sich entsetzt - und will schnelle Aufarbeitung

Mühldorfs Landrat Max Heimerl (CSU*) reagierte bestürzt: „Ich bin entsetzt über diese Taten und verurteile sie auf das Schärfste. Es geht hier um entsetzliche Verbrechen an Körper und Seele der Kleinsten und Schutzbedürftigsten in unserer Gemeinschaft. Diejenigen, die sich an diesem Leid ergötzen, sind mitschuldig.“ Er hoffe nun auf eine schnelle und konsequente Aufarbeitung. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © NomadSoul/Imago

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