Kirchenkritiker meldet sich zu Wort

Schüller: Katholiken sind keine Untertanen

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Helmut Schüller

Nürnberg - Die Mitglieder der katholischen Kirche dürfen sich nach Einschätzung des kirchenkritischen Priesters Helmut Schüller nicht länger wie Untertanen behandeln lassen.

Katholiken müssten aufstehen und „klar sagen, was sie sich erwarten“ und von „Unterwürfigkeit in Klarheit“ übergehen. Der Österreicher forderte am Sonntagabend in Nürnberg „Grundrechte für die Getauften“ ein. „Das muss kein Dschungel an Vorschriften sein. Aber eine Art Hausordnung für die Kirche sollte nicht zu viel sein.“

Um den Auftritt Schüllers hatte es großen Wirbel gegeben: Eine ursprünglich geplante Fastenpredigt in der Innenstadt war von den Diözesen Eichstätt und Bamberg verboten worden. Die Gemeinde „Menschwerdung Christi“ hatte den prominenten Kirchenkritiker aber nun zu einem Vortrag eingeladen. Die Kirche war bei Schüllers Vortrag überfüllt, fast 700 Zuhörer hörten ihm zu, immer wieder gab es Applaus.

Schüller sagte, er frage sich, wie die Kirche Transparenz und Mut in der Gesellschaft einfordern könne, es in den eigenen Reihen aber nicht praktiziere. Mit Aufruf zu Reformen habe man nicht Strukturen im Blick, sondern „es geht um die Frage der Glaubwürdigkeit“. Der Priester hatte mit etlichen Kollegen vor wenigen Jahren eine Pfarrer-Initiative gegründet. Die Geistlichen erregten europaweit Aufmerksamkeit, als sie einen „Aufruf zum Ungehorsam“ formuliert hatten. Darin fordern sie unter anderem, das Priesteramt für Frauen zu öffnen und Laien mehr Verantwortung zu geben.

dpa

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