Kirchentreppen dürfen grobes Pflaster haben

Coburg  - Kirchenbesucher müssen Treppen aufmerksam hinabgehen - grob behauene Steine und nur einseitig angebrachte Handläufe führen nach einem Sturz nicht zu einem Anspruch auf Schadenersatz.

Vor dem Langericht Coburg  hatte die Besucherin eines Kirchenkonzerts geklagt. Sie war nach der Veranstaltung auf der Außentreppe gestürzt und hatte deshalb insgesamt 10 500 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz gefordert.

Ihre Begründung: Die Treppe verfüge nur auf einer Seite über einen Handlauf, sie aber habe aufgrund entgegenkommender Menschen die andere Seite benutzen müssen. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht, zumal Zeugen angaben, dass sich zum Zeitpunkt des Sturzes kaum andere Besucher auf der Treppe befunden hätten. Auch das bemängelte grobe Pflaster bewertete die Kammer bei einem Ortstermin als “im Bereich der Außenanlagen von Kirchen typisch“. Das Fazit des Gerichts lautete daher: “Auch der Genuss von geistlicher Musik darf nicht dazu führen, völlig beseelt die notwendige Aufmerksamkeit beim Treppensteigen zu vergessen.“

dpa

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