Klimawandel: Wanderwege in Bayerns Bergen gefährdet

Kochel - Regen, Muren, Lawinen: Der Klimawandel bedroht die Wanderwege in Bayerns Bergen. Sanierung und Instandhaltung verschlingen Unsummen.

Der Klimawandel sorgt an Wanderwegen in den Alpen für zunehmende Schäden. Bis zu fünf Millionen Euro muss der Deutsche Alpenverein jährlich in die Sanierung von Wegen und Hütten investieren, wie der weltweit größte Bergsteigerverband am Mittwoch in Kochel am See mitteilte. “Die zunehmenden extremen Wetterereignisse führen zu mehr Schäden an den Wegen“, sagte DAV- Sprecher Thomas Bucher.

Derzeit beseitigen Helfer am Münchner “Hausberg“ Herzogstand Erosionsschäden. Rund 25 000 Euro werden trotz Mithilfe von Freiwilligen die Arbeiten kosten, die Ende August abgeschlossen sein sollen. Am Aufstieg zum Herzogstand müssen vor allem Schäden durch Wasser beseitigt werden, am Höhenweg zwischen Herzogstand und Heimgarten werden teils jahrzehntealte Drahtseile und Metallpfosten ausgetauscht.

Baumaterial zu Fuß auf den Berg

Das meiste Baumaterial müsse zu Fuß an die Baustelle in knapp 1800 Metern Höhe gebracht werden, hieß es. Weil die zuständige DAV-Sektion Tutzing aus Naturschutzgründen auf Hubschraubertransporte verzichtet, schleppen die Arbeiter das Material mit Kraxen heran.

Der Freistaat Bayern unterstützt inzwischen den Wegebau wieder: Nach einem vollständigen Finanzierungsstopp erhält der Verband nach eigenen Angaben seit 2007 wieder 60 000 Euro im Jahr für das Wegenetz; seit 2009 beträgt die Fördersumme 150 000 Euro. Bei der Finanzierung der Sanierung von Alpenvereins-Hütten sei die Lage hingegen schwierig. Seit 2005 wird der Erhalt der 65 DAV-Hütten in den bayerischen Alpen nicht mehr gefördert, 400 000 Euro Zuschüsse pro Jahr fielen damit weg.

Derzeit unterstütze der Freistaat Bayern zwar wieder einzelne Baumaßnahmen, das reiche aber bei weitem nicht aus. Deshalb sei der DAV auf Partnerschaften angewiesen, wie bei der Wegesanierung am Herzogstand mit der Versicherungskammer Bayern.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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