Kopten-Papst erhält Augsburger Friedenspreis

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Papst Shenouda III. - Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten - erhält den Augsburger Friedenspreis.

Augsburg - Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten, Papst Shenuda III., erhält den diesjährigen Augsburger Friedenspreis. Die Verleihung findet am 29. Oktober im Augsburger Rathaus statt.

Für seinen Einsatz als Brückenbauer zwischen den Konfessionen und Religionen erhält das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten, Papst Schenuda III., den Augsburger Friedenspreis. “Gewürdigt werden dabei seine langjährigen und intensiven Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen in Ägypten, nicht zuletzt nach den Anschlägen auf koptische Christen zum Jahreswechsel 2010/2011 und bei der Volksbewegung für mehr Demokratie in den letzten Monaten“, sagte Regionalbischof Michael Grabow am Montag in Augsburg.

So habe der 88-Jährige Anfang des Jahres in einer wichtigen Verlautbarung zu Frieden und Versöhnung aufgerufen und zur Beruhigung des Konflikts beigetragen. “Auch bei weiteren Anschlägen auf Christen in Ägypten griff er immer wieder mäßigend und befriedend ein“, betonte Grabow. Bürgermeister Kurt Gribl (CSU) bezeichnete Schenuda III. bei seiner Rede im Augsburger Rathaus als einen der “ranghöchsten Bischöfe der Christenheit“. Zudem habe er durch die tiefe Verankerung in der religiösen Tradition und durch sein hohes kirchliches Amt große Autorität in seinem Land.

Der mit 12 500 Euro dotierte Augsburger Friedenspreis wird am 29. Oktober im Goldenen Saal des Rathauses verliehen. Die Laudatio auf das Kirchenoberhaupt wird dann der ehemalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, halten. Ob Schenuda III. bei der Preisverleihung dabei sein wird, ist jedoch noch ungewiss. “Wir hoffen sehr, dass es ihm sein Gesundheitszustand ermöglichen wird, hierher nach Augsburg zu kommen und den Preis selbst anzunehmen“, sagte Grabow.

Der Friedenspreis geht seit 1985 alle drei Jahre an Persönlichkeiten, die sich “in herausragender Weise um das Zusammenleben der Konfessionen verdient gemacht“ haben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow und Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Bekanntgegeben werden die Preisträger traditionell am 8. August, dem Hohen Friedensfest. Es erinnert an den 1555 vom deutschen König Ferdinand I. ausgerufenen “Augsburger Religionsfrieden“. Diese “Pax Augustana“ brachte der evangelischen Religion im Deutschen Reich die offizielle Anerkennung neben der katholischen Kirche. Seit 1950 ist der 8. August europaweit der einzige gesetzliche städtische Feiertag und wird von den Augsburgern unter anderem mit ökumenischen Gottesdiensten, einer Friedenstafel auf dem Rathausplatz und einem Kinderfest gefeiert.

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