SPD schlägt Alarm

Immer mehr Bayern arbeiten sonntags

München - Ungeachtet des Feiertagsschutzes ist die Sonntagsarbeit in Bayern auf dem Vormarsch.

Die Zahl der Ausnahmegenehmigungen für Sonntagsarbeit durch die Gewerbeaufsicht ist von 2001 bis 2012 um fast 60 Prozent von 4 792 auf 7756 Fälle angestiegen. Diese Zahl nennt das Sozialministerium als Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher. Inzwischen arbeiten demnach etwa 1,7 Millionen Arbeitnehmer in Bayern auch an Sonn- und Feiertagen - eine halbe Million mehr als 1991. Rinderspacher veröffentlichte die Zahlen passend zum Pfingstwochenende am Freitag.

Der SPD-Politiker kritisierte, dass es dabei in der Regel nicht um Krankenhäuser, Altenheime und andere notwendige Tätigkeiten gehe, sondern Industrie und Gewerbe: Sondergenehmigungen würden als selbstverständliche Ökonomisierung des sonntäglichen Lebensalltags erteilt. „Das ist keine gute Entwicklung. Die Menschen haben immer weniger Erholungszeiten, die Belastung steigt und die Familien sind die Leidtragenden.“

Rinderspacher forderte eine striktere Einhaltung des Sonn- und Feiertagsschutzes ein, der sowohl im Grundgesetz als auch der bayerischen Verfassung festgeschrieben ist. Die Sonntagsarbeit sei in Deutschland bereits 1891 im Grundsatz verboten worden. Rinderspacher fordert deshalb von der Staatsregierung einen jährlichen Sonntagsschutzbericht für Bayern.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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