Künftiger Landesbischof lässt SPD-Mitgliedschaft ruhen

München - Der künftige Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist bereits als Schüler in die SPD eingetreten. Mit seinem neuen Amt lässt der Theologie-Professor die Mitgliedschaft ruhen. Die Gründe:

Bayerns künftiger evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm lässt seine SPD-Mitgliedschaft ab sofort ruhen. Dies habe er der SPD am Dienstag mitgeteilt, sagte der 51 Jahre alte Bamberger Theologie-Professor der “Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch). “Ich glaube, das ist guter Stil. Ich bin ein Bischof für alle.“ Die SPD zeigte Verständnis für Bedford-Strohms Entscheidung, der sich damit am Umgang der Bundespräsidenten mit ihren jeweiligen Parteimitgliedschaften orientiere.

Bedford-Strohm war am Montag von der Landessynode zum Nachfolger von Johannes Friedrich (62) gewählt worden, dessen Amtszeit nach zwölf Jahren endet. Friedrich wird am 9. Oktober in München verabschiedet, Bedford-Strohm am 30. Oktober in der Nürnberger Lorenzkirche offiziell als Oberhirte der rund 2,6 Millionen bayerischen Protestanten in sein Amt eingeführt.

“Ich bin als Schüler in die SPD eingetreten, habe mir aber nie Scheuklappen aufgesetzt“, sagte Bedford-Strohm der Zeitung. Er habe sich vielmehr die Freiheit zur Kritik auch an der eigenen Partei genommen. “Aber der Bischof darf nicht im Verdacht stehen, besondere Nähe zu einer Partei zu haben.“

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Markus Rinderspacher, hat Verständnis dafür, dass Bedford-Strohm seine langjährige SPD-Mitgliedschaft ruhen lasse, um als künftiger Landesbischof frei und unabhängig agieren zu können. “Er nimmt sich dabei ein Beispiel am Bundespräsidenten, der seine Parteimitgliedschaft während seiner Amtszeit ruhen lässt, um die Überparteilichkeit seiner Amtsführung zu unterstreichen“, sagte Rinderspacher nach Angaben seiner Fraktion.

“Ich wünsche mir mehr Christinnen und Christen, die sich in allen demokratischen Parteien engagieren“, erklärte der künftige Landesbischof. “Es ist wichtig, dass Christen die Gesellschaft gestalten.“ Deshalb freue er sich auch, dass zum Beispiel der CSU-Politiker und frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) Mitglied der Landessynode sei. Die Synode ist das evangelische Kirchenparlament.

Bedford-Strohm mahnte außerdem einen sensiblen Umgang mit dem Islam an. “Wir müssen die Muslime stärken, die sich für einen liberalen, demokratiefreundlichen Islam einsetzen“, sagte der Theologe. “Wir dürfen sie nicht schwächen, indem wir signalisieren: Ihr gehört nicht zu uns.“ So seien nämlich die Islam-Äußerungen des neuen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) verstanden worden. “Wir sollten die Vielfalt der Religion nicht als Gefahr, sondern als Chance begreifen.“

dpa

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