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Landespolizeipräsident sieht keine Spaltung der Gesellschaft

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Michael Schwald
Michael Schwald, der bisherige Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. © Polizeipräsidium Schwaben Nord/dpa/Archivbild

Seit zwei Jahren wird die Pandemie von zahlreichen Protesten gegen die Corona-Maßnahmen des Staates begleitet. Scheinbar unversöhnlich stehen sich beispielsweise Impfbefürworter und Impfgegner gegenüber. Bayerns neuer Polizeichef sieht das dennoch nicht als Problem an.

München - Bayerns neuer Landespolizeipräsident Michael Schwald sieht trotz der regelmäßigen Proteste von Impfgegnern noch kein Auseinanderdriften der Gesellschaft durch die Corona-Krise. „In Krisenzeiten ist die gesellschaftliche Betriebstemperatur leicht erhöht, das spürt man natürlich auch in Pandemiezeiten“, sagte Schwald der Deutschen Presse-Agentur.

Von einem Auseinanderdriften würde er aber erst sprechen, wenn die Krise vorbei ist und die Intensität der Auseinandersetzung und der unversöhnlichen Gegensätze bliebe. „Ich hoffe es nicht und ich kann es mir auch nicht vorstellen“, betonte er.

Die Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen, die die Polizei seit Monaten stark beschäftigen, sieht Schwald nicht als problematisch an. „Was wir jetzt haben, ist ein normaler Prozess in der Demokratie, dass die einen sagen "Ich bin für das Impfen" und die anderen sagen "Ich bin gegen das Impfen"“, sagte der 54-Jährige.

Er tritt an diesem Dienstag offiziell sein neues Amt an. Der bisherige Augsburger Polizeipräsident folgt auf Wilhelm Schmidbauer, der nach knapp neun Jahren als Polizeichef in den Ruhestand geht. „Der Landespolizeipräsident ist kein Polizeipräsident-XXL“, bemerkte Schwald zu seiner künftigen Aufgabe. „Er ist die Verbindungsstelle zwischen Politik und Fachlichkeit.“

Schwald ist ein Seiteneinsteiger bei der Polizei. Seinen Werdegang bezeichnet er als „eher ungewöhnlich“. Der gebürtige Augsburger hatte einst ein Studium für den gehobenen Polizeivollzugsdienst abgebrochen, um Jura zu studieren. Später hatte er verschiedene Posten in München bei der Staatsregierung inne, 2013 wurde der Jurist dann Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Nord in Augsburg. „Es ist ein gutes Zeichen, dass die Bayerische Polizei auch für solche Karrieren offen ist“, sagte Schwald.

In seinem neuen Amt muss er sich nun zunächst um den G7-Gipfel der sieben führenden Industrienationen kümmern, der Ende Juni zum zweiten Mal auf Schloss Elmau in Oberbayern stattfindet. Auch dort wird die Polizei voraussichtlich mit vielen Protesten konfrontiert sein. „Wir bereiten uns auf viele Eventualitäten vor“, sagte Schwald zu den erwarteten Demonstrationen. „Wenn es friedlich ist, ist es gut. Wenn die Absichten Einzelner nicht friedlich sind, werden wir vorbereitet sein.“ dpa

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