Mann verletzt sich mit Rasierklinge

Nach Urteil: Blutiges Drama vor Gericht

Augsburg - Dramatischer Zwischenfall im Landgericht Augsburg: Nach der Urteilsverkündung zieht der Angeklagte eine Rasierklinge heraus und schneidet sich damit in den Hals.

Die Richterin hatte den Mann gerade zu fünf Jahren Haft verurteilt - wegen schwerer Bandenkriminalität. Der 33-jährige Rumäne war mit zwei weiteren Männern, die ebenfalls angeklagt waren, in der Region auf Raubzug unterwegs gewesen. Sie stahlen alles, was man zu Geld machen konnte. Nach der Urteilsverkündung wollte ein Justizwachtmeister dem 33-Jährigen Handschellen anlegen und ihn abführen. Da zog der Rumäne plötzlich eine Rasierklinger heraus und schnitt sich mehrfach in den Hals. Offenbar wollte er sich das Leben nehmen, so berichtet es die Augsburger Allgemeine.

"Wir können nicht jedem Häftling in alle Körperöffnungen schauen"

Mehrere Helfer stürzten auf den Mann zu und schafften es, ihm die Klinge zu entwinden. In diesem Augenblick hatte der 33-Jährige allerdings schon eine zweite Rasierklinge im Mund. Er drohte damit, sie zu verschlucken. Eine Stunde lang zog er das durch, bis ihn seine Dolmetscherin und sein Anwalt überreden konnten, aufzugeben. Erst dann spuckte der Mann die Rasierklinge wieder aus. Sie ist von einem Einmalrasierer, wie sie die Häftlingen im Gefängnis zur Körperpflege erhalten. Ein Notarzt versorgte die Wunden des 33-Jährigen.

Landgerichtspräsident Herbert Veh will laut Augsburger Allgemeine nun bessere Kontrollen anregen. Nur: "Wo sind die Grenzen?" Man könne nicht jedem Häftling, der zum Prozess gefahren wird, vor dem Verlassen der JVA in alle Körperöffnungen schauen.

kg

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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