G8 oder G9?

Oppositionskampf ums Gymnasium

München - In der Landtags-Opposition ist der Wettstreit der Gymnasialmodelle ausgebrochen. An diesem Dienstag werden SPD und Grüne zwei Gesetzentwürfe in den Landtag einbringen.

Die SPD fordert das neunjährige Gymnasium mit der Möglichkeit, dieses auch in acht Jahren zu absolvieren. Die Grünen nennen ihr Modell „Abitur in eigenem Takt“, demnach sollen Schüler in der Oberstufe selbst entscheiden können, ob sie dort das Abitur in zwei oder drei Jahren machen können. „Wir möchten eine flexible Oberstufe“, sagte Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause am Montag in München.

Ein ähnliches Modell namens „Flexijahr“ praktiziert bereits Kultusminister Ludwig Spaenle an den Gymnasien - mit dem Unterschied, dass die Schüler die Wahlmöglichkeit in der Mittelstufe und nicht in der Oberstufe haben. Die Freien Wähler wiederum fordern in ihrem Volksbegehren eine grundsätzliche Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 - acht- und neunjährige Gymnasien sollen parallel betrieben werden. Das Volksbegehren startet an diesem Donnerstag. Allen Modellen gemeinsam ist, dass das Abitur sowohl in acht als auch in neun Jahren möglich wäre.

Grünen-Fraktionschefin Bause räumte ein, dass es sich um eine „differenzierte Diskussion“ handelt. „Das ist nicht wie Nichtraucherschutz ja oder nein.“ Sie warf Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger vor, ihm sei es bei dem Volksbegehren lediglich um einen „taktischen Vorteil“ gegangen - „der sich jetzt als strategischer Nachteil erweist“. Die Grünen könnten bei dem Volksbegehren nicht mitmachen, da sie den FW-Vorschlag ablehnten.

dpa

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