Aus Eifersucht musste sie sterben

Lebenslang für brutalen Mord an Ehefrau

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Der Angeklagte Herrmann K. (l) spricht mit seinem Verteidiger. Mit mehr als 50 Messerstichen soll der Mann aus der Oberpfalz seine Ehefrau getötet haben.

Amberg - Sie wollte die Trennung, da stach er zu. Für den Mord an seiner Ehefrau ist ein Mann aus der Oberpfalz zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Für den Mord an seiner Ehefrau ist ein Mann aus der Oberpfalz zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. „Er hatte eine grenzenlose Wut auf die Frau, weil sie ihn betrügt und anlügt“, sagte am Freitag die Vorsitzende Richterin am Landgericht Amberg, Roswitha Stöber. Das Mordmotiv Heimtücke sei erfüllt. Zudem habe der Angeklagte die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ausgenutzt.

Das 38 Jahre alte Opfer hatte wenige Tage vor der Tat im Februar 2014 angekündigt, sich trennen zu wollen, und bereits einen Liebhaber gehabt. Bei einem Streit in der gemeinsamen Wohnung in Schnaittenbach (Kreis Amberg-Sulzbach) stach der 47 Jahre alte Ehemann Dutzende Mal zu. Laut Rechtsmediziner erlitt die Frau Stich- und Schnittverletzungen an Kopf, Oberkörper, Arme und Hände. Die Rettungskräfte konnte sie nicht mehr retten. Sie starb am Tatort.

Nach der Tat ließ sich der Ehemann widerstandslos festnehmen und legte ein Geständnis ab. Der Schwester des Opfers soll er dabei gesagt haben: „Das macht man mit Leuten, die fremdgehen und betrügen.“ Im Prozess sagte er dagegen aus, dass er im Affekt gehandelt habe. Daher plädierte die Verteidigung auf Totschlag und acht Jahre Haft. „Wir werden auf jeden Fall Revision einlegen“, betonte Rechtsanwalt Hans-Wolfgang Schnupfhagn.

Der Angeklagte war zuvor mehrfach wegen Gewalttaten aufgefallen und bereits im Gefängnis. Das Opfer, seine vierte Ehefrau, hatte er 2011 bei einem Freigang geheiratet. Während der Ehe soll es bis zu der blutigen Attacke nie zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein. Die Urteilsverkündung mit vielen Details zu den Stichen und den Sexpraktiken der Ehefrau mit ihrem Liebhaber nahm der Angeklagte äußerlich emotionslos wahr.

Nach dem Urteil kam es noch zu einem Zwischenfall: Beim Verlassen des Gerichtssaals schlug der 47-Jährige einer Journalistin wütend die Kamera aus der Hand, weil sie ihn fotografieren wollte. Dabei war er von zwei Justizbeamten flankiert und mit Handschellen gefesselt.

dpa

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