Lehrerverband fordert "Notprogramm für Bildung"

München - Paradox: In Bayern fehlen rund 3000 Lehrer - gleichzeitig droht fast 5000 jungen Lehrern die Arbeitslosigkeit. Der Lehrerverband fordert ein staatliches Notprogramm.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) fordert ein “Notprogramm für Bildung“. Insgesamt sollten mindestens zehn Prozent der zu erwartenden Steuermehreinnahmen kurzfristig in ein solches Programm fließen, sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel am Montag in München. “Das muss schnell greifen, da wollen wir nicht bis 2012 warten.“ So könnten die Situation an den Schulen verbessert und jungen Lehrern Perspektiven gegeben werden, sagte Wenzel. Seinen Angaben zufolge werden bis zum Herbst mehr als 5000 junge Lehrer arbeitslos sein. Gleichzeitig fehlten im bayerischen Bildungssystem aber insgesamt rund 3100 Lehrer-Stellen. Grund dafür sei unter anderem, dass wegen des doppelten Abiturjahrgangs 2011 etwa 1800 Lehrer aus den Gymnasien in die Hochschulen abgezogen wurden.

“Mit Beginn des Unterrichtsjahres 2011/2012 werden wir eine ganz, ganz schwierige Unterrichtssituation haben“, sagte der BLLV-Präsident. Besonders an den Grundschulen erwartet er Engpässe - hier werde es “kaum noch möglich sein, den grundlegenden Unterricht aufrecht zu erhalten“. Insgesamt seien sogar mindestens 20 000 neue Lehrer nötig, wenn man die Ziele von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wie etwa den Ausbau der Ganztagsschulen oder die Verringerung von Unterrichtsausfällen erreichen wolle.

dpa

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