Aus Bayern um die ganze Welt

Eine Liebe wie im Film - doch einige Hindernisse standen dem Glück von Whitney und Christian im Weg

+
Schwer verliebt: Whitney und Christian wenige Wochen nach ihrem Kennenlernen in Melbourne.

In Australien lernten sich Christian Böhme und Whitney Harrison kennen und lieben. Doch für ihr gemeinsames Glück mussten sie kämpfen.

Der Traum von großer Freiheit, Abenteuerlust und der Drang, die große weite Welt zu entdecken: Viele junge Leute zieht dies nach dem Studium nach Australien. Dabei zufällig noch die große Liebe zu treffen, die von einem anderen Kontinent kommt, passiert wohl den Wenigsten. Was nach einer hollywoodreifen Filmromanze klingt, ist nicht erfunden. Es ist die Geschichte einer Liebe, die keine Grenzen kennt. Die Geschichte von Whitney Harrison und Christian Böhme. 

Alles begann im Herbst 2009. Der damals 25-jährige Chris hatte in München gerade seine Diplomarbeit in International Management abgeschlossen. Ihn zog es nach Australien. Ähnlich ging es einige tausend Kilometer entfernt Whitney im amerikanischen Virginia. Die 22-Jährige hatte ihren Germanistik-Bachelor in der Tasche, wollte unbedingt nach Down Under. 

Beginn einer großen Liebe: Whitney und Christian trafen sich in Internetcafe

Ein Zufall brachte die jungen Leute zur gleichen Zeit nach Mission Beach - ins selbe Hostel. Beim Wildwasserrafting verletzte sich die Frau aus den Südstaaten, die Schmerzen wurden immer schlimmer. Um nach einem Arzt zu suchen, ging sie in ein Internetcafe. Plötzlich kam Christian herein. Ein sportlicher Mann mit etwas zerzausten dunkelbraunen Haaren, Dreitagebart und grünen Augen. 

Fast alle Plätze waren frei - doch der gebürtige Krumbacher setzte sich neben die hübsche Blondine. Whitney: „Ich habe meiner Freundin Lauren sofort eine E-Mail geschrieben: ‚Oh mein Gott, der heißeste Typ ist gerade ins Internetcafe gekommen und hat sich neben mich gesetzt!‘“  

Die Amerikanerin spricht fließend Deutsch, auch wenn der Akzent ihre Herkunft verrät. Wenn sie lacht, schimmern im Sonnenlicht ihre weißen Zähne. Die braungebrannte Frau mit den Sommersprossen auf der Nase gefiel dem Bayer. Er sprach sie an: Die beiden verstanden sich auf Anhieb und reisten fortan gemeinsam. In einer Bar folgte der erste Kuss - der Beginn einer ganz großen Liebe. 

„Einmal waren wir beim Great Barrier Reef schnorcheln und haben die ganze Zeit Händchen gehalten“, erzählt die heute 32-Jährige. „Auch wenn ich ihn noch nicht lange kannte: In dem Moment wurde mir klar, dass ich Chris liebe.“ 

Zwei Länder - eine Liebe: Whitney folgte Christian nach Deutschland

Als die Reise nach drei Monaten zu Ende ging, dauerte es nicht lange, bis Whitney kurzerhand ihrer großen Liebe nach Deutschland folgte. Beide lebten einige Jahre in München. „Das war schon eine richtig coole Zeit“, erinnert sich Christian zurück und muss grinsen.

Im Jahr 2014 zog das Paar gemeinsam in die USA nach Virginia. Doch der Start im Land der unbegrenzten Möglichkeiten entwickelte sich für die Verliebten zur Bewährungsprobe. Whitney und Christian kamen nicht nur von der Großstadt aufs Land. Die ehrgeizige Amerikanerin verbrachte fortan jeden Abend nach der Arbeit an der Uni. Sie holte ihren Master nach.

Große Gefühle: Wenige Wochen nach ihrem Kennenlernen war Whitey klar, dass sie Christian liebt. 

Erste Bewährungsprobe: Umzug nach Amerika

Der Bayer hingegen vermisste Familie und Heimat, war viel allein. „In dieser Zeit habe ich wirklich gedacht, das mit uns funktioniert nicht mehr.“ Die Erinnerung an diese schwierige Zeit berührt die Frau mit den strahlend blauen Augen sehr, beim Erzählen kullern ihr plötzlich Tränen über die Wangen. Trotzdem hielten beide durch, gaben sich nicht auf – zu groß war die gegenseitige Liebe. 

Nach zwei Jahren lichteten sich die dunklen Wolken, die über der Beziehung schwebten. Die Krise war überstanden. Whitney: „Seitdem wir das geschafft hatten, wusste ich: Mit diesem Mann möchte ich mein restliches Leben verbringen.“ Für sie ist klar: „Zehn Jahre bevor ich Chris traf, war ich schon auf dem Weg zu ihm.“ Denn damals gründete ihr Vater mit einem Deutschen eine Firma. „Er fragte mich, ob ich Deutsch lernen und ihm beim Übersetzen helfen kann – was ich dann auch tat.“

Romantischer geht‘s nicht: Heiratsantrag bei Sonnenuntergang auf Bora Bora

Am anderen Ende der Welt machte Christian seiner Whitney schließlich einen Heiratsantrag: Im Sommer 2017 besuchte das Paar Whitneys Vater in Französisch-Polynesien. Dieser machte zu der Zeit eine Weltumsegelung mit seinem Segelschiff. Schon vor dem Urlaub hatte Christian beschlossen, seinem Schatz dort die Frage aller Fragen zu stellen. Am Abend des 22. Juli sah sich das Pärchen in Bora Bora auf einer Terrasse zu zweit den Sonnenuntergang an. 

Verlobung auf Bora Bora: „Der bisher beste Moment unseres gemeinsamen Lebens“

Jetzt war der richtige Moment gekommen: „Chris sagte zu mir, ich soll die Augen schließen und den wunderbaren Augenblick genießen.“ Als Whitney diese wieder öffnete, hielt ihr Liebster ihr einen Ring hin: „Ich war hin und weg. Immer wieder konnte ich nur sagen‚ Is this happening?‘ “ Vor lauter Glück fielen sich die frisch Verlobten weinend in die Arme. „Als er mich dann fragte, ob ich seine Ehefrau werden möchte, war das der bisher beste Moment in unserem gemeinsamen Leben“, sagt die Amerikanerin. Beim Gedanken daran macht sich ein strahlendes Lächeln auf ihrem Gesicht breit.

Überglücklich: Die beiden Frischverlobten auf Bora Bora.

Reiseleidenschaft, Spontaneität und Abenteuerlust: das sind die Attribute, die das Pärchen bis heute miteinander verbindet. „Whit ist ein so guter und einfühlsamer Mensch - das liebe ich an ihr“, schwärmt der 35-Jährige. „Außerdem diskutieren wir gern über viele Themen, zum Beispiel Politik, Religion oder Kultur. Das kann ich mit keinem anderen so gut wie mit ihm“, erzählt die 32-Jährige. Im Gegensatz zu Christian genießt es Whitney jedoch auch einmal allein zu sein und Ruhe zu haben: „Dann lese ich oder mache Yoga.“ 

Insgesamt zweimal heiratete das Paar – einmal in Deutschland, einmal in den USA. Die kirchliche Trauung fand in einer kleinen Kirche in Chester statt, Whitneys Heimatort. Das Motto: „Zwei Länder – eine Liebe.“ Die Braut trug ein langes weißes Kleid mit Schleppe, den Oberkörper verzierten zahlreiche kleine glitzernde Strasssteine. Ein Diadem mit weißen Perlen war in das lange gewellte Haar frisiert. Die zwei Trauzeuginnen ergänzten in ihren rosafarbenen Kleidern und mit den kleinen Sträußchen im Stil des Brautstraußes das Bild.

Zwei Länder - zwei Hochzeiten: „Mein Schatz, ich werde dich für immer lieben“

Ihr selbstgeschriebenes Ehegelübde las die Amerikanerin ihrer großen Liebe vor dem Traualter auf Deutsch vor. „Mein Schatz, ich werde dich für immer lieben“, mit diesen Worten endete sie und Tränen des Glücks liefen ihr dabei über die Wangen. Auch bei dem Bräutigam glitzerten die Augen. „Das war für mich ein sehr bedeutender Moment. Ab da waren wir wirklich Mann und Frau“, erinnert sie sich andächtig zurück.

Nach der Zeremonie ertönte lauter Bass aus den Lautsprechern. Unter tosendem Applaus, Gejohle und dem Lied, „I Gotta Feeling“ von den Black Eyed Peas - dem gemeinsamen Partysong von Australien - verließen die Frischvermählten die Kirche. Gefeiert wurde auf dem Anwesen von Whitneys Eltern: Im Foyer des Hauses sorgte ein Pianist auf dem Flügel für festvolle Stimmung. Kellner liefen mit Tabletts voller Prosecco Gläser durch das Haus und versorgten die knapp 100 Gäste. Eine weiße steinerne Treppe führte vom Balkon in den Garten. Neben einer aufgebauten Tanzfläche legte ein DJ auf. Es wurde getanzt, gesungen und gelacht. Mitten zwischen den feiernden Gästen: das überglückliche junge Ehepaar. Das war ihr Tag. Auf Schloss Neuburg, in Christians Heimat, heiratete das multikulturelle Paar eine Woche später standesamtlich.

Endlich Mann und Frau: Christian und Whitney können ihr Glück kaum fassen. 

Kurz nach der Hochzeit: Paar wird erneut auf die Probe gestellt

Der Bräutigam stammt aus Krumbach im Landkreis Günzburg. In einem kleinen Dorf wuchs er zusammen mit Eltern und zwei jüngeren Geschwistern auf. Nach der Schule zog es den abenteuerlustigen Bayer jedoch vom Land in die Stadt. 

Wenige Monate nach der Hochzeit wurde die junge Ehe auf die Probe gestellt: Im November 2018 bekam Christian gesundheitliche Probleme, stand kurz vor einem Burnout und musste ins Krankenhaus. „Seit wir in den Staaten lebten, war die Arbeit ein Hauptthema für mich“, erklärt der 35-Jährige. „Ich fing bei einem StartUp-Unternehmen an. Das war sehr arbeitsintensiv. Nach Feierabend habe ich immer weitergearbeitet.“

Die Krönung ihrer Liebe: Whitney und Christian werden Eltern

Die Amerikanerin unterstützte ihren Mann in dieser schweren Zeit. Sie weiß: „Rückblickend hat uns diese Phase noch weiter zusammengeschweißt.“ Doch auch diese Krise überstanden die Verliebten, vor allem mithilfe ihres gemeinsamen Glaubens an Gott. Bis heute leben sie glücklich in Richmond und arbeiten im Unternehmen von Whitneys Vater. Die 32-Jährige als Marketing-Managerin, Christian als Finance und Business-Manager. 

Wie es sich für eine Film-Romanze gehört, wird die Liebe des Paares bald von einem Baby gekrönt. Zu Beginn der Schwangerschaft gab es jedoch Probleme, die werdenden Eltern fürchteten eine Fehlgeburt. „Es war schrecklich. Der Gedanke daran,das Kind zu verlieren, tat einfach nur weh“, erinnert sich die Frau aus den Südstaaten. Dann die Entwarnung der Ärzte: Das Baby lebt.

Bald sind sie zu dritt: Ein gemeinsames Baby krönt bald die Liebe von Whitney und Christian. 

Beiden fiel ein Stein vom Herzen. „Jetzt können wir es nicht mehr abwarten und freuen uns unglaublich auf unseren Sohn“, schwärmt der Bayer. Auch wenn nicht immer alles einfach war, blicken Christian und Whitney positiv in die Zukunft. Sie sind sich sicher: „So stark wie jetzt war unsere Liebe noch nie“

kof

Auch in Tegernsee fand kürzlich eine Traumhochzeit statt: Dort heiratete eine junge Herzogin ihre große Liebe. Im Landkreis Schongau (Merkur.de*) haben sich kürzlich einige Brautpaare das Ja-Wort gegeben. 

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Aktenzeichen XY“: Zwei Insassen aus Bezirkskrankenhaus geflohen - Gibt es jetzt neue Hinweise? 
„Aktenzeichen XY“: Zwei Insassen aus Bezirkskrankenhaus geflohen - Gibt es jetzt neue Hinweise? 
Zweiter Prozess gegen Joachim Wolbergs - Anonymer Brief aufgetaucht
Zweiter Prozess gegen Joachim Wolbergs - Anonymer Brief aufgetaucht
Rechtsstreit zwischen Gustl Mollath und Freistaat Bayern beendet: Entscheidung um Entschädigung gefallen
Rechtsstreit zwischen Gustl Mollath und Freistaat Bayern beendet: Entscheidung um Entschädigung gefallen
17-Jährige stoßen Jugendliche vor S-Bahn in den Tod - Verteidiger bestreitet Tötungsabsicht
17-Jährige stoßen Jugendliche vor S-Bahn in den Tod - Verteidiger bestreitet Tötungsabsicht

Kommentare