Lieber im Internet gesurft: Mutter lässt  Kind fast verhungern

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Die Misshandlung ihres behinderten Kindes gab die Mutter vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth zu.

Nürnberg - Eine 29-jährige Mutter aus Fürth hat unter Weinkrämpfen die Misshandlung ihres schwer behinderte Vierjährigen gestanden.

Als der Notarzt endlich kommt, ist der schwer behinderte Vierjährige extrem ausgetrocknet, fast verhungert und am ganzen Körper wundgelegen. Dass sie den Kleinen im Frühjahr 2010 vernachlässigt und damit in akute Lebensgefahr gebracht hatte, gab die Mutter am Montag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth zu. “Ich kann überhaupt nicht erklären, was vorgegangen ist“, sagte die 29-Jährige unter Weinkrämpfen. Auch ihr mitangeklagter Partner hatte sich nicht für das Kind im Nebenzimmer verantwortlich gefühlt. Der Arbeitslose sprach von “einem Stück Fleisch, das lebt“.

Dabei hatte sich die Mutter anfangs noch gut um ihren Sohn gekümmert. Der hatte bei der Geburt einen schweren Sauerstoffmangel erlitten und kann deshalb nicht gehen und sprechen, kaum sehen und nur schlecht hören. Über eine Magensonde bekam er Spezialnahrung, zweimal die Woche hatte er Krankengymnastik. Jugendamt und Lebenshilfe griffen der Alleinerziehenden unter die Arme.

Doch Anfang 2010 zog die Mutter aus Darmstadt zu ihrem neuen Partner nach Fürth, den sie über das Internet kennengelernt hatte. Dort ging sie mit dem Kind nicht ein einziges Mal zum Kinderarzt, setzte stattdessen die Medikamente gegen Epilepsie ab und fütterte normalen Babybrei statt Spezialnahrung.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft versorgte die Mutter ihren Sohn spätestens seit Mai 2010 nur noch völlig unzureichend. Der Kleine lag isoliert im Kinderzimmer, bekam kaum Nahrung und wurde nicht mehr gewickelt und gewaschen. Kot und Urin verätzten großflächig die Haut des Jungen, Ungeziefer nistete sich auf dem Kopf ein, er wog nur noch 8,4 statt mindestens 14 Kilogramm. Erst am 3. August rief die Frau den Notarzt, seitdem sitzt sie wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Das Urteil über beide Angeklagte soll an diesem Mittwoch fallen.

lby

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