„Alle lachen sich kaputt“

Zwangsvollstreckung wegen einem Cent - Mann erhält kuriose Mahnung

Bei manch einem dürften schon der Angstschweiß ausbrechen, wenn ein Brief von der Landesjustizkasse eintrifft. Ein Mann aus Dingolfing wurde von seiner jüngsten Amtspost eher erheitert.

Dingolfing - Wer einen Brief der Landesjustizkasse in seiner Post entdeckt, hat zumeist wenig Grund zur Freude. Bei etwa 1,5 Millionen Rechnungen, die die bayerische Geldstrafen-Zentrale jährlich verschickt, kommen gewaltige Summen zusammen. In Dingolfing dürfte sich ein Mann namens Fedaker Apay nun das Schmunzeln jedoch kaum verkniffen haben, als er ein Schreiben der zuständigen Behörde öffnete. 

Darin wurde er aufgefordert seine Restschuld umgehend zu begleichen - diese belief sich auf genau einen Cent. Würde der 59-Jährige die Bezahlung nicht innerhalb einer Woche leisten, drohe eine Zwangsvollstreckung, hieß es in dem Brief. „Alle, denen ich das erzähle, lachen sich kaputt über einen solchen Blödsinn“, wird der Betroffene in derBild zitiert.

Wegen einem Cent tritt die Justiz auf den Plan

Was war geschehen? Nach einem Familienstreit war dem Dingolfinger eine Rechnung über 223,01 Euro ins Haus geflattert. Der 59-Jährige rundete bei seiner Überweisung einfach ab - und brachte damit die Justiz auf den Plan. 

„Bei Amazon können Sie auch nicht einfach abrunden“, gab ein Sprecher des zuständigen Oberlandesgerichts zu Protokoll. Gleichwohl gestand er ein, dass die zuständige Sachbearbeiterin überreagiert habe. Für derartige Fälle gelte intern eine sogenannte Kleinbetragsregelung. 

Das Schreiben der Landesjustizkasse war übrigens mit 70 Cent frankiert.

Video: Typisch Deutsch: Bürokratie

lks/Video: Glomex

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