Guttenberg-Vater: "Menschenjagd"

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Demo auf dem Rindermarkt in München.

Guttenberg/München - Zu Guttenberg spaltet die bayerischen Gemüter. Tausende Menschen haben für den zurückgetretenen Politiker demonstriert - seine Gegner versuchten, sich in hitzigen Debatten zu behaupten. Sie waren allerdings deutlich in der Unterzahl.

“Wir wollen Guttenberg“ - Einige tausend Anhänger des zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg sind am Samstag in Bayern für den CSU-Politiker auf die Straße gegangen. Die größte Demonstration fand in Guttenbergs gleichnamigem Heimatort statt. Im oberfränkischen Guttenberg versammelten sich nach Veranstalterangaben rund 4000 Fans. “Es war sensationell, wir sind überrannt worden“, sagte Organisator Marc Benker. In München beteiligten sich bis zu 500 Menschen an der Demonstration - die Polizei zählte auch 16 Gegendemonstranten. In Rosenheim versammelten sich etwa 300 Menschen.

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Unter den Demonstranten in Guttenberg war auch der Vater des Politikers, der Dirigent Enoch zu Guttenberg. Die Kritik an seinem Sohn in der Plagiats-Affäre bezeichnete der 64-Jährige als “Menschenjagd“. “Dieser Geifer und Jagdrausch der politischen Gegner macht Angst um das Verbleiben der Mitmenschlichkeit in unserem Land.“ Die Schläge unter die Gürtellinie seien so massiv gewesen, dass sie für alle in der Familie schwer zu ertragen gewesen seien. Er richtete auch Grüße seines Sohnes aus. “Er schickt Ihnen sein Herz und verspricht Ihnen seine Treue.“

Von der Solidarität der Guttenberger zeigte der Dirigent sich hingegen beeindruckt. “Das lässt hoffen, dass die Medienvertreter zurückfinden zu ihrer eigentlichen Aufgabe, Macht zu kontrollieren und nicht Macht auszuüben“, sagte er unter langanhaltendem Beifall.

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Medienkritik und teils offene Anfeindungen gab es in München. Am Rande der Kundgebung kam es zu hitzigen Diskussionen. Einige Spötter und Guttenberg-Gegner wurden nach eigenen Angaben von Anhängern des Politikers bedroht. Zwei Jugendliche, die den ehemaligen Minister auf einem Plakat als “Lügner, Betrüger, Fälscher“ bezeichnet hatten, müssen nun eine Strafanzeige wegen Beleidigung fürchten. Ein Guttenberg-Anhänger reichte bei der Polizei Beschwerde ein und will Anzeige erstatten.

dpa

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