Dauerregen: Viele Fronleichnams-Prozessionen ausgefallen

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Pfarrer Helmut Enemoser (M) trägt zu Fronleichnam in der Kirche St. Nikolaus in Murnau (Oberbayern) die Monstranz durch die Kirche.

München - Dauerregen hat einen der Höhepunkte des Kirchenjahres gestört: Die Gläubigen in den fast 4000 katholischen Gemeinden in Bayern feierten am Donnerstag das Fronleichnamsfest.

Die traditionellen Prozessionen fielen wegen Dauerregens vielerorts aus, unter anderem in München und Augsburg. In der Landeshauptstadt kamen nach Angaben des Erzbischöflichen Ordinariats mehr als 3000 Gläubige in die Frauenkirche. Erzbischof Reinhard Marx beklagte in seiner Predigt einen Mangel an Glauben, Liebe und Hoffnung. Die Kirche müsse sich in der Krise auf ihren Kernauftrag besinnen und die Frage nach dem “tiefsten Sinn des kirchlichen Lebens beantworten“, sagte Marx laut Mitteilung.

Auf die “soziale Dimension der Eucharistie“ machte der Weihbischof Josef Grünwald in Augsburg aufmerksam. Das bedeute, den “geistlichen und leiblichen Hunger der Menschen durch Solidarität zu stillen“, hieß es in einer Mitteilung des Bischöflichen Ordinariats. Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick forderte mehr Solidarität in der Gesellschaft. Er verwies dabei auch auf die Verantwortung der Glaubensgemeinschaft. “Kirche bedeutet: mit Jesus bei den Menschen zu sein“, sagte Schick am Donnerstag in Bamberg laut seiner vorab veröffentlichten Predigt. In Passau warnte Bischof Wilhelm Schraml davor, “Gott aus dem Leben der Familien, des Staates und der Gesellschaft auszublenden“. Die Anbetung Christi gebe dem Leben “Orientierung und Richtung“.

An Fronleichnam, einem der wichtigsten Feste des Kirchenjahres, verehren Katholiken die Eucharistie, also die symbolische Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi während der Messfeier. Seit dem 14. Jahrhundert veranstaltet die Kirche farbenprächtige Prozessionen. In Bayern finden die größten in München und Altötting statt. Ein besonders malerisches Bild hätte bei gutem Wetter die Seeprozession am oberbayerischen Staffelsee geboten. Um eine Fähre mit dem Allerheiligsten gruppieren sich dann rund 70 Ruderboote. Wegen des schlechten Wetters wurde das in diesem Jahr jedoch abgesagt.

dpa

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