Rekord: 30 Prozent mehr Studienanfänger

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Dieses Jahr rechnet das Ministerium mit etwa 79.000 Studienanfängern

München - Es wird ein Jahr der Rekorde. An jeder bayerischen Uni gibt es aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs mehr Studienanfänger als je zuvor. Bayernweit sind es rund 79 000.

Die Frage aller Fragen bleibt bis zum Schluss offen: Keiner kann bis jetzt sagen, wie viele der diesjährigen Abiturienten zum Wintersemester ihr Studium aufnehmen werden. Rund 69 000 Absolventen des letzten G 9- und ersten G 8-Jahrgangs gibt es – aber beileibe nicht jeder studiert. Viele werden eine Ausbildung beginnen, manche ein Jahr ins Ausland gehen. Etwa 50 Prozent der G 9-Abiturienten werde aber wohl jetzt ihr Studium an einer der bayerischen Hochschulen beginnen, schätzt das Wissenschaftsministerium. Früher waren es nur 40 Prozent. „Aber es bleiben Unsicherheiten“, sagt Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP).

Ein Teil des doppelten Abiturjahrgangs hat sogar schon im Sommersemester das Studium begonnen – die Zahl der Studienanfänger ist im Sommer um 166 Prozent gestiegen auf gut 13 000 Erstsemester. Darunter seien auch etwa 5000 G 9-Abiturienten. Das sei nur ein kleiner Teil der gesamten Schulabgänger, gibt Heubisch zu. „Aber wir sind froh um jede Entlastung.“

Der große Schwung strömt aber jetzt an die Unis: Neben den diesjährigen Abiturienten auch Nachrücker aus den letzten Abi-Jahrgängen, Studienwechsler, Zugänge aus anderen Bundesländern – ein bunter Mix wird am 17. Oktober an den bayerischen Unis ihr Studium beginnen. An den Hochschulen beginnt das Wintersemester schon am Dienstag (4. Oktober).

An den Münchner Hochschulen ist die Lage wie folgt:

-Technische Universität: Die TU rechnet mit 7500 Erstsemester-Studenten, etwa 30 Prozent mehr als im Vorjahr. „Die bisherigen Einschreibungszahlen entsprechen in etwa unseren Prognosen“, erklärt die Uni. Die Uni hat zwei Hörsäle in Garching neu erstellt, auch gibt es Anmietungen. Gefragteste Fächer sind Technologieorientierte Betriebswirtschaftslehre, Elektro- und Informationstechnik sowie Ernährungs-Wissenschaft (in Weihenstephan).

-Ludwig-Maximilians-Universität: Die Einschreibungsfristen laufen noch, bis gestern hatten sich 7200 Studienanfänger angemeldet. Auch hier ist gegenüber dem Vorjahr von einem Zuwachs von 30 Prozent auszugehen – das wären dann gut 10 000 Studienanfänger. Beliebteste Massenfächer: Jura und BWL.

-Hochschule für angewandte Wissenschaften (Fachhochschule): „Wir haben 3700 Erstsemester-Plätze, die wir vergeben können und wollen“, erklärt eine Sprecherin – gut zehn Prozent mehr als 2010/11. Beliebteste Fächer: BWL, Tourismus und Soziale Arbeit.

Ob die bayernweit 79 000 Studienplätze ausreichen, ist politisch umstritten. Die Zahl wurde ohnehin in diesem Jahr wegen des Wegfalls der Wehrpflicht um 3000 nach oben korrigiert. Trotzdem: Den Unis drohe „der Kollaps“, warnt die hochschulpolitische Sprecherin der SPD, Isabell Zacharias. Sie fordert Heubisch auf, schon jetzt wie im Koalitionsvertrag vereinbart weitere 10 000 Plätze anzubieten. Heubisch sieht keine Notwendigkeit. Er will dies erst nach 2012 beantragen.

Zweiter Streitpunkt sind die Studienbeiträge, die Wissenschaftsminister Heubisch gestern wieder vehement verteidigte. Es gebe keinen Beleg, dass die Gebühren „sozial selektiv“ wirken. Die soziale Herkunft der Studierenden habe sich nicht verändert. Die Hochschulsprecherin der Grünen, Ulrike Gote, hält Gebühren hingegen für „ein völliges Unding“. Die Freien Wähler kündigten ein Volksbegehren gegen die Studiengebühren an.

Von Dirk Walter

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