Missbrauchs-Prozess: Vater freigesprochen

Nürnberg - Spektakuläre Wende im Fall einer Profi-Handballerin, die ihrem Vater sexuellen Missbrauch vorgeworfen hat: Der 48-Jährige ist vom Landgericht Nürnberg-Fürth am Mittwoch freigesprochen worden

Zuvor war er in zwei Instanzen zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Entscheidung sei der Kammer alles andere als leicht gefallen, betonte der Vorsitzende Richter Bernd Held am Mittwoch in seiner Urteilsbegründung. Aber es gelte nun einmal der Grundsatz, dass im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden sei. Bis spät in die Nacht habe sich die Strafkammer nach den Plädoyers am Vortag in dem komplizierten Fall beraten.

Die heute 24 Jahre alte junge Frau hatte ihren Vater beschuldigt, sie zwischen 2001 und 2005 elfmal sexuell missbraucht zu haben. Das Amtsgericht Erlangen und eine andere Strafkammer des Landgerichts hatten den Mann zu jeweils zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Seine Verteidigung legte jedoch erfolgreich Revision ein.

Zur neuerlichen Verhandlung war die Tochter nun nicht mehr erschienen, sie berief sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht. Ihre Anwältin beschrieb sie als traumatisiert. Sie habe sich keiner weiteren Begegnung mit dem Vater aussetzen wollen. Die Strafkammer allerdings erklärte, es sei schwer gewesen, sich ohne Aussage der Frau ein Bild zu machen.

dpa

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