Mehr als 130 Fälle

Betrug von Sparkassenkunden: Polizei lässt bundesweite Betrügerbande auffliegen

Die Polizei ermittelt
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Polizei gelingt Schlag gegen Betrügerbande. (Symbolbild)

Falsche Bankmitarbeiter haben reihenweise Sparkassenkunden um mehrere Hunderttausend Euro gebracht. Die Polizei konnte die Betrügerbande nun auffliegen lassen.

Mittelfranken - Am Donnerstagmorgen (6. Mai) durchsuchte die Polizei in Essen mit Kriminalbeamten aus Nürnberg* mehrere Objekte einer mutmaßlichen Betrügerbande. Umfangreiches Beweismaterial sowie Wertgegenstände wurden beschlagnahmt.  


Polizei Mittelfranken: Angerufene verrieten Betrügern ihre TAN-Nummer 

Bereits im Sommer 2020 waren bei der Polizei in Mittelfranken* laut einer Pressemitteilung vermehrt Anzeigen von Betrugsopfern, bei denen ein angeblicher Bankmitarbeiter angerufen hatte, eingegangen. Auf dem Display der Opfer wurde dabei tatsächlich die Rufnummer der Sparkasse angezeigt. Durch eine geschickte Gesprächsführung überzeugte der Anrufer die Geschädigten, dass sie ihm eine TAN-Nummer verrieten, die als Sicherheit für Banküberweisungen benötigt wird. Die Betrüger nutzten die TAN direkt nach dem Telefonat, um sich Geld vom Opfer zu überweisen. 

Beim zuständigen Betrugskommissariat der Nürnberger Polizei wurde eigens eine Ermittlungskommission eingerichtet, um in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth die professionell agierenden Täter zu überführen. Durch umfangreiche Maßnahmen konnte der mutmaßliche Kopf der Bande identifiziert werden. Dabei handelt es sich um einen 22-jährigen Deutschen ohne Wohnsitz. Seinen Lebensunterhalt bestritt er nach aktuellem Stand der Ermittlungen mit den betrügerischen Anrufen.  


Fahndungserfolg: Polizei kann Bandenführer ausfindig machen 

Der Aufenthaltsort des Mannes konnte im September 2020 in einem Hotel in Düsseldorf lokalisiert werden. Dort wurde er festgenommen, nachdem er kurz zuvor einen größeren Geldbetrag von einem Mittelsmann erhalten hatte.  

Der Betrüger hatte ein Netz an Mittätern und Geldabholern aufgebaut, damit die überwiesenen Beträge so schnell wie möglich vom jeweiligen Zielkonto abgehoben und weitergegeben werden konnten. Über alle Schritte der Geldabholungen wurde der mutmaßliche Kopf der Bande ständig auf dem Laufenden gehalten. Auf einem sichergestellten Mobiltelefon und Datenträgern des jungen Mannes fanden sich mehr als zwei Millionen Bild- und Sprachdateien - viele davon mit Bezug zu den Betrugsdelikten.  


Polizei Mittelfranken: Betrüger lebt mit gestohlenem Geld im Luxus 

Auf weiteren Fotos hatte der Mann seinen luxuriösen Lebensstil dokumentiert, den er mit den kriminell erlangten Geldern finanzierte: So kaufte er unter anderem teure Uhren und Schmuck, mietete Luxusfahrzeuge und bezahlte aufwendige Urlaubsreisen. Auch Luxuskleidung hatte es dem jungen Mann angetan. Um an diese zu kommen, hackte er nach aktuellem Stand der Ermittlungen bereits vor der aktuellen Betrugsserie mehrere Konten ahnungsloser Geschädigter bei einem großen Internetversandhandel für Kleidungsstücke. Mehr als 250 Bestellungen setzte er dort ab.  

Im Rahmen der jüngsten Betrugsserie nutzte er, nach aktuellem Stand der Ermittlungen, auch die erhaltenen TAN-Nummern, um bei einem Internetversandhandel für Luxuskleidung Waren im Gesamtwert von über 50.000 Euro zu bestellen und direkt zu bezahlen. Nach der Festnahme des Tatverdächtigen gelang es der Ermittlungskommission, noch zwölf weitere mutmaßliche Mittäter und Helfer des Beschuldigten aus dem Raum Essen, Gelsenkirchen und Recklinghausen zu ermitteln. Diese traten teilweise unter Aliaspersonalien auf.  


Mittelfranken: Polizei durchsucht acht Objekte 

Aufgrund der Ermittlungsergebnisse der Nürnberger Polizei beantragte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth eine Reihe von Durchsuchungsbeschlüssen. Im Dezember 2020 wurden daraufhin acht Objekte in Essen und Gelsenkirchen durchsucht. Am vergangenen Donnerstag wurden weitere sechs Objekte im Raum Essen unter die Lupe genommen. An der Maßnahme waren Kräfte der BAO Aktionsplan CLAN des Polizeipräsidiums Essen, Spezialeinheiten, Hundeführer, Beamte der Bereitschaftspolizei und Finanzermittler beteiligt. Hierbei konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden. Zudem fanden die Beamten Betäubungsmittel und Waffen in den durchsuchten Objekten. In einem An- und Verkaufsladen wurden Wertgegenstände wie Uhren und Schmuck zur Vermögensabschöpfung beschlagnahmt.  

Die Auswertung der sichergestellten Geräte und Datenträger wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Kriminalbeamten erhoffen sich Hinweise auf weitere vollendete Taten der Gruppe sowie Erkenntnisse zu den Geldflüssen im Nachgang zu den Betrügereien.  

Das Ermittlungsverfahren umfasst mehr als 130 Einzelfälle. Die Polizei schätzt den tatsächlich durch die Betrügerbande verursachten Vermögensschaden auf mehrere Hunderttausend Euro. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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