Verstörendes Video aus dem Jahr 1977

„Aktenzeichen XY“ unterstellte Monika Frischholz eine Mitschuld an ihrem Verschwinden

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An ihrem Verschwinden schon auch bisschen selber schuld, meinte Moderator Zimmermann in „Aktenzeichen XY“ 1977: Monika Frischholz.

Der Beitrag von 1977 spricht Bände über das damalige Bild von Mädchen in der Pubertät. Moderator Eduard Zimmermann († 80) gab Monika Frischholz eine Mitschuld.

Flossenbürg/Neustadt an der Waldnaab - Plötzlich ist sie wieder in aller Munde. Auch wenn die Bagger und die Polizei bis dato noch nichts Stichhaltiges gefunden haben, die erneuten Grabungen auf der Suche nach dem damals 12-jährigen Mädchen Monika Frischholz aus Flossenbürg in der nördlichen Oberpfalz haben den 43 Jahre alten Vermisstenfall wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Ein aufschlussreiches Youtube-Video ist im Zuge der neuesten Ermittlungen aufgefallen (den ganzen Clip sehen Sie weiter unten im Video). Es handelt sich um einen 42 Jahre alten Beitrag von „Aktenzeichen XY ungelöst“. Was der inzwischen verstorbene Moderator Eduard Zimmermann und eine Kriminalbeamtin darin erzählen, wirkt heute nicht nur aus der Zeit gefallen, sondern fast verstörend.

Der Beitrag wird etwa ein Jahr nach der bis dato ergebnislosen Suche nach der vermissten Monika Frischholz ausgestrahlt. Ihre Familie ist damals noch am Leben und immer noch voller Hoffnung.

„Aktenzeichen XY“: Monika Frischholz habe sich geschminkt und wollte Freund als „Statussymbol“

Mit neuen Hinweisen kann der „Aktenzeichen XY“-Beitrag vom Mai 1977 allerdings nicht dienen. Dafür machen Moderator und Kriminalbeamtin eine Mitschuldige für Monikas Verschwinden aus: Das Opfer selbst.

Es ist nämlich so, klärt Moderator Zimmermann den Zuschauer auf, dass Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren eine für „Erwachsene oft unverständliche Entwicklung“ durchmachen. Dazu gehöre nicht nur, dass sich Monika plötzlich schminkte. Vielmehr machte sie sich auch auf die Suche nach einem, so Zimmermann, „Statussymbol der ganz besonderen Art“ - einem Freund.

Im Video: „Aktenzeichen XY“ macht Monika Frischholz mitverantwortlich

Dabei würden diese Mädchen „ziemlich wahllos“ und mit „erstaunlicher Beharrlichkeit“ vorgehen. So auch die 12-jährige Monika Frischholz, die eigentlich ein gutes Elternhaus gehabt habe, einen Vater, der sich sehr intensiv um seine jüngste Tochter gekümmert habe und eine Mutter, zu der sie fast ein „kameradschaftliches Verhältnis“ gehabt habe.

Hat nur leider alles nichts geholfen. Monika Frischholz habe sich am Tag ihres Verschwindens alleine und zu Fuß auf den Weg zu ihrem damals Angebeteten „Schlosser Paul“ in den Nachbarort gemacht, der sich aber gar nicht für sie interessiert habe.

Dort sei sie dann alleine dagestanden und dann einfach so in ein gelbes Auto aus dem Dortmunder Raum zu einem Mann gestiegen. Diese Beobachtung wollte damals eine Rentnerin gemacht haben. Sie hat sich später als falsch herausgestellt.

Für „Aktenzeichen XY“ aber offenbar damals Grund genug, einmal grundsätzlich die Bevölkerung über das Treiben jugendlicher Mädchen aufzuklären.

In der aktuellen Ausgabe von „Aktenzeichen XY“ wurden dann zwei Münchner für ihr couragiertes Einschreiten geehrt. Ein Familienvater verprügelte zunächst seine Tochter, dann auch seine Ex-Freundin. 

Polizistin bei „Aktenzeichen XY“: Mädchen fühlte sich geschmeichelt - und machte deshalb einen Fehler

Eine Kriminalbeamtin stellt in dem Beitrag weiter klar: Monika habe „einen entscheidenden Fehler gemacht“. Aber da kann Monika offenbar gar nicht so viel dafür, klärt die Polizistin weiter auf, weil das bei Mädchen in diesem Alter ein grundsätzliches Problem sei: „Allein schon die Tatsache, dass sich ein Mann für sie interessiert, schmeichelt den Mädchen.“ Deshalb brauche der Täter „oft nicht mehr als ein Kompliment“, um ans Ziel zu kommen.

Harter Tobak, der heute wohl nicht mehr so gesendet werden würde. Wie Eltern und Geschwister des Opfers den Beitrag damals aufgenommen haben, ist nicht bekannt.

Indessen geht die Suche weiter. Die drängendste Frage bisher ist, woher die gefundenen Knochen in der erneuten Suche nach Monika Frischholz stammen.

Währenddessen könnte es auch in einem anderen Vermisstenfall schon bald neue Untersuchungen geben. Vor 36 Jahren verschwand die damals 15-jährige Emanuela, nun leitet auch der Vatikan neue Ermittlungen ein. 

kmm

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