Mordverdächtiger in Ägypten getötet?

Jengen/Kempten - Der gewaltsame Tod einer 36 Jährigen im Ostallgäu wird wohl nie aufgeklärt werden. Auch was mit der fünfjährigen Tochter passierte, bleibt ein Geheimnis.

Der tatverdächtige Ehemann, der Ende 2009 in Ägypten unter Mordverdacht festgenommen wurde, ist wahrscheinlich in diesem Frühjahr während der politischen Unruhen in Ägypten getötet worden. Wie die Staatsanwaltschaft Kempten am Donnerstag mitteilte, hat sie über die deutsche Botschaft eine entsprechende Mitteilung von den ägyptischen Behörden erhalten.

Die Eheleute und die gemeinsame fünfjährige Tochter waren am 8. September 2009 verschwunden. Mehrere Wochen später war die Leiche der Frau in Jengen gefunden worden. Der ägyptische Vater des Mädchens und Ehemann der 36-Jährigen hatte in mehreren Telefonaten mit Verwandten der Frau von einem gemeinsamen Urlaub in seiner Heimat gesprochen. Als der Mann in einem Telefonat behauptete, seine Frau sei entführt worden, suchte die Polizei das Grundstück des Paares ab und fand die Leiche.

Der Ehemann war daraufhin mit internationalem Haftbefehl gesucht und später in Ägypten festgenommen worden. Im Gefängnis, wo der Mann auf seinen Prozess wartete, soll er nun getötet worden sein. “Wir müssen das bewerten. Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Kemptens Leitender Oberstaatsanwalt Herbert Pollert. Das Schicksal der Tochter ist bislang unklar.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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