Giftanschlag auf Ehefrau

Mordversuch mit Rattengift im Wein

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Regensburg - Rattengift in Weißwein? Ein Taubenzüchter aus Niederbayern steht wegen versuchten Mordes vor Gericht, weil er seiner Ehefrau Rattengift gegeben haben soll. Laut Anklage wollte er die 53-Jährige loswerden, um mit einer jüngeren Frau noch Kinder zu bekommen.

Das Ehepaar hatte gerne selbst gemachten Weißwein getrunken. Seit Montag steht ein Taubenzüchter aus Niederbayern jedoch vor Gericht, weil er möglicherweise den Rebensaft mit Rattengift versetzt hat und damit seine Ehefrau umbringen wollte. Wegen versuchten Mordes muss sich der 52-Jährige aus Salching bei Straubing vor dem Landgericht Regensburg verantworten. Als Motiv geht die Anklage davon aus, dass sich der Mann mit einer anderen Frau den Wunsch nach Kindern erfüllen wollte. Die Ehefrau, die in dem Verfahren auch als Nebenklägerin auftritt, belastete den Angeklagten zum Prozessauftakt schwer.

„Er hat zu mir gesagt, er wolle künftig mit zwei Frauen leben. Ich als Ehefrau soll putzen und kochen und mit einer Jüngeren wollte er Kinder haben“, sagte die 53-Jährige im Gerichtssaal. Als die Ehefrau dies ablehnte, fasste der Verpacker nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft den Entschluss, sie zu töten.

Ausgangspunkt der Tragödie war die Krebserkrankung des einzigen Sohnes des Paares. Bei der Musterung für die Bundeswehr war 2009 bei dem jungen Mann ein Hodentumor festgestellt worden. Im Sommer 2011 starb der Sohn. Statt das Unglück gemeinsam durchzustehen, habe ihr Mann sie danach nur noch beschimpft und beleidigt, erläuterte das Opfer. Außerdem habe er ihr vorgeworfen, dass sie keine weiteren Kinder mehr bekommen hatte.

Als es ihr Anfang des Jahres plötzlich immer schlechter ging und sie Schmerzen im Unterleib, dunkle Hämatome am ganzen Körper und starkes Nasenbluten hatte, ging sie in ein Krankenhaus. Dort stellten die Ärzte eine lebensbedrohliche Blutgerinnungsstörung fest. Ohne eine rasche Behandlung wäre die Frau nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestorben. Dabei hatten die Mediziner erstmals auch den Verdacht einer Vergiftung geäußert.

Im Januar habe der Ehemann ihr zweimal selbst gemachten Weißwein gegeben, der eine ungewöhnlich rötliche Farbe hatte, erinnerte sich die 53-Jährige. Dennoch habe sie davon getrunken. Wenig später kamen die Beschwerden. Ob dieser Wein tatsächlich mit Gift versetzt war, ließ sich nicht mehr klären. Sicher ist lediglich, dass der Angeklagte stets Rattengift in seinem Taubenschlag hatte.

Der Verpacker bestritt zum Prozessauftakt den Mordversuch. „Ich habe meine Frau geliebt“, sagte er am Montag unter Tränen. Nach dem Krebstod des Sohnes hätten sie sich zwar auseinandergelebt. Er habe seiner Frau aber niemals schaden wollen. „Ich kann mir aber nicht erklären, wie das Gift in die Blutbahn meiner Frau gekommen ist.“ Der Mann war nach der Vergiftung der Ehefrau zunächst ein halbes Jahr im Bezirksklinikum Mainkofen untergebracht. Seit Juli sitzt er in Untersuchungshaft.

In dem Verfahren sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil ist noch im November zu rechnen.

dpa

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