Kommt die Böglbahn?

Magnet-Schwebebahnen für Münchner Umland: Diese Strecken sollen kommen

Magnetschwebebahn am Münchner Flughafen: Das Modell einer Magnetschwebebahn steht in einem Konferenzraum eines Hotels am Flughafen München. Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) gibt heute eine Pressekonferenz zum Start einer Machbarkeitsstudie für eine Magnetschwebebahn am Münchner Flughafen.
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Magnet-Schwebebahn: Im Landkreis München wird das System des Oberpfälzischen Herstellers Bögl ausgiebig getestet.

In der Magnet-Bahn durch die Region schweben? Rund um München könnte das bald möglich sein. Der Landkreis lässt 14 Trassen testen.

München - Fahren in Zukunft Magnetschwebebahnen in die Region? Der Landkreis München hat vom Schweizer Ingenieurbüro EBP 14 Trassen für das Transportsystem der Firma Max Bögl auf Kosten und Nutzen untersuchen lassen. Das Büro hat die Ergebnisse gestern im Kreistag vorgestellt. Demnach sind lediglich vier Trassen wirtschaftlich umsetzbar.

Landkreis München: Magnetschwebebahn nach Dachau schon lange beantragt - Flughafen zieht nach

Die CSU* im Münchner Stadtrat hatte im Februar 2019 erstmals eine Trasse für eine Magnetschwebebahn, eine sogenannte Böglbahn, nach Dachau beantragt. Zwischenzeitlich hat auch der Flughafen München sein Interesse an den Zügen der Oberpfälzer Firma signalisiert. Ob und welche Trassen rund um München realisiert werden, steht noch nicht fest.

Magnetschwebebahn im Kreis München: Hier könnten die Trassen entstehen

Untersucht hat das Ingenieurbüro drei Trassen an der U2/U3 Nord von von Feldmoching und Moosach Richtung Dachau, vier Trassen an der U6 von Garching nach nach Unterschleißheim, Neufahrn und zum Flughafen*, drei Trassen an der U5 von Neuperlach nach Brunnthal sowie vier Trassen im Osten von Riem nach Parsdorf, von der Messestadt nach Englschalking und nach Pliening (Landkreis Ebersberg). Zudem noch eine Nordosttangente von Unterschleißheim nach Haar. Abhängig von der Länge der Strecken werden Investitionskosten zwischen 190 und 890 Millionen aufgerufen, daher ergeben lediglich vier Trassen wirtschaftlich Sinn, wenn sie die Böglbahn als Hauptverkehrsmittel eingesetzt und bisher vergleichsweise schlecht ans S- und U-Bahn-System angebundene Gebiete erschließt. Umsetzbar seien demnach Trassen an der U2/U3 im Norden sowie an der U6 (von Garching-Hochbrück nach Unterschleißheim). Außerdem denkbar wäre eine lange Tangentialverbindung im Nordosten von Unterschleißheim nach Garching, Unterföhring, Riem und Haar.

Böglbahn für Münchner Umland? Fraktion im Stadtrat ist interessiert - fordert aber Überprüfung

Die SPD*/Volt-Fraktion im Münchner Stadtrat* steht dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, fordert aber vor der Festlegung auf ein neues Verkehrsmittel zu prüfen, ob es nicht sinnvoller ist, bestehende Tram- und U-Bahn-Linien in die Umlandgemeinden zu verlängern.

Stadtrat Nikolaus Gradl sagte dazu: „Von innovativen Verkehrsmitteln wie der Böglbahn geht eine entsprechende Faszination aus. Wir können uns eine Realisierung vorstellen, soweit tatsächlich positive Kosten-Nutzen-Bewertungen entstehen.“ Der langsame Transrapid ergebe vor allem dort Sinn, wo viele Fahrgäste zwischen zwei Standorten pendeln. „Vor einer Festlegung auf ein neues Verkehrsmittel fordern wir aber eine vergleichende Untersuchung, ob die Verlängerung von bestehenden U-Bahn- und Tramlinien ins Umland nicht sinnvoller ist. Zum neuen Ludwig-Bölkow-Campus in Taufkirchen etwa bevorzugen wir eine Verlängerung der U-Bahn ab Neuperlach-Süd.“ Die Studierenden wollten schließlich direkt in die Innenstadt fahren und keine Zeit beim Umsteigen verlieren.

Die Böglbahn ist auf den Personennahverkehr mit Streckenlängen von bis zu etwa 50 Kilometern und einer Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern ausgelegt. Seit 2012 testet Bögl das System mit einer 820 Meter langen Strecke am Firmensitz Sengenthal. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat 2020 bescheinigt, dass wesentliche Teile des Fahrzeugs die technischen Anforderungen erfüllen und zulassungsfähig sind. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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