Gerichtsprozess

Mutter von totem Baby legt Geständnis ab

Bamberg - Eine 29 Jahre alte Frau aus dem Raum Stuttgart hat vor dem Landgericht Bamberg gestanden, ihr Baby nach der Geburt unversorgt gelassen zu haben. Der Säugling starb wenig später.

Die Babyleiche wurde erst Monate später in einem Flurstück nahe Walsdorf (Landkreis Bamberg) gefunden. Der Anwalt der Angeklagten sagte zum Prozessauftakt am Montag, seine Mandantin räume die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein. Im Gegenzug sicherte die Kammer zu, dass höchstens eine Haftstrafe von fünf Jahren verhängt wird. Die Anklage lautet auf Totschlag durch Unterlassen.

Die Frau aus dem Raum Stuttgart, die erst wenige Monate zuvor zu ihrem Freund in den Landkreis Bamberg gezogen war, hatte das Baby demnach im Januar 2011 alleine im Badezimmer der gemeinsamen Wohnung zur Welt gebracht und auf den Boden gelegt. Danach ging sie ins Schlafzimmer. In der Vernehmung vor dem Ermittlungsrichter hatte sie gesagt, das sei ein Fehler gewesen. Sie habe einen Schock gehabt, dann einen Blackout. Ihr damaliger Lebenspartner war nicht der Vater des Kindes. Die Frau hatte angegeben, dass sie ihm Schwangerschaft und Geburt verheimlicht hatte.

Die Babyleiche versteckte die Frau zunächst in der Wohnung. Erst Monate später legte sie sie etwa 500 Meter vom Ortsrand entfernt ab. Ende Oktober machte dann eine Spaziergängerin den grausigen Fund.

Die Beziehung der Angeklagten zu dem Mann aus dem Landkreis Bamberg war inzwischen in die Brüche gegangen. Im Sommer 2011 zog die 29-Jährige zurück nach Baden-Württemberg.

Das Handtuch, in das der Leichnam des Babys gewickelt war, brachte die Ermittler auf ihre Spur. Die Polizei fand heraus, dass der damalige Freund ein solches Handtuch erworben hatte - und dass ein paar Monate lang eine Frau bei ihm gewohnt hatte. Ein DNA-Abgleich bestätigte dann die Mutterschaft. Im Dezember 2011 kam die Frau in Untersuchungshaft.

Die Angeklagte ist Mutter von fünf Kindern. Das Sorgerecht für vier von ihnen hat sie jedoch verloren, die Buben leben bei Pflegeeltern. „Das ist momentan besser für die Kinder“, sagte sie. Eine Totgeburt hatte die Frau im Jahr 2003. In Haft brachte die Frau vor wenigen Monaten ein Baby zur Welt. Dieser Sohn wird ebenfalls nicht von ihr selbst betreut.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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