Nach AKW-Zwischenfall: Grüne und ÖDP fordern Konsequenzen

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Das Atomkrafwerk in Grundremmingen.

Gundremmingen/Mainz - Nach Mitteilungen über ausgetretene Radioaktivität am schwäbischen Kernkraftwerk Gundremmingen haben Grüne und ÖDP politische Konsequenzen gefordert.

Das bayerische Umweltministerium müsse gemeinsam mit dem Betreiber die Menge der austretenden radioaktiven Teilchen stärker reduzieren - etwa mit zusätzlichen Filtern - und außerdem die Bevölkerung besser informieren, forderte die Grünen-Landtagsabgeordnete Christine Kamm am Montag.

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Am Freitag hatte die Organisation “Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs“ (IPPNW) bekanntgegeben, dass bei einer Revision des Kraftwerks im September erhöhte radioaktive Strahlung am Atomkraftwerk Gundremmingen ausgetreten sei. Die Radioaktivität in der Luft sei kurzfristig auf das 500-fache des Normalwerts gestiegen, sagte Atomphysiker und Mitglied der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Klaus Buchner am Montag. Auch im vergangenen Jahr seien bei der Revision die Emissionen um ein Hundertfaches gestiegen, sagte Kamm.
IPPNW, Grüne und ÖDP werteten die ausgetretene Radioaktivität als gesundheitsgefährdend - vor allem für Kinder im Mutterleib. Das Kraftwerk Gundremmingen betonte hingegen, die Werte hätten bei der “kontrollierten Aktivitätsableitung weit unterhalb der genehmigten Grenzwerte“ gelegen. “Die Grenzwerte stellen sicher, dass eine Gefährdung für Menschen und Umwelt ausgeschlossen ist“, hieß es in einer Stellungnahme.

ÖDP-Experte Buchner kritisierte die Messmethoden des AKW: Die Grenzwerte bezögen sich auf den Mittelwert eines ganzen Tages. “Damit wird die Gefährlichkeit der Strahlung nicht erfasst. (...) Bekommt man viel davon in kurzer Zeit ab, so versagen die Reparaturmechanismen des Körpers für die Erbmasse. Krebs und missgebildete Kinder sind die Folge“, betonte er.

dpa

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