Attacke vor 18 Monaten in Vorra

Brandanschlag auf Asylunterkunft: Polizei fasst Verdächtige

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Der Brand in der geplanten Flüchtlingsunterkunft in Vorra sorgte bundesweit für Aufsehen. 

Vorra - Rund 18 Monate nach dem Brandanschlag auf ein fast bezugsfertiges Asylbewerberheim im mittelfränkischen Vorra hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen.

Der Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim im mittelfränkischen Vorra am Jahresende 2014 hat entgegen bisheriger Vermutungen keinen fremdenfeindlichen Hintergrund. Vielmehr hätten dabei „wirtschaftliche Erwägungen“ eine Rolle gespielt, teilte die Nürnberger Polizei am Donnerstag überraschend mit. Die Kripo nahm zwei Verdächtige fest. Einzelheiten wollen die Beamten aber erst an diesem Freitag auf einer Pressekonferenz (10.30 Uhr) bekanntgeben.

In Sicherheitskreisen hieß es lediglich, bei dem Brandanschlag habe „die Sanierung des Gasthofs“ eine Rolle gespielt. Näher wollte man sich aber nicht äußern. Das alte Dorfgasthaus samt Nebengebäude und einem Wohnhaus war vor dem Brandanschlag als Asylbewerberheim umgebaut worden. Es hatte kurz vor der Fertigstellung gestanden. Der Einzug der Asylbewerber hatte sich aber verzögert, weil die Behörden wegen einiger Mängel zunächst die Abnahme der Gebäude ablehnten.

Ein Geschäftsmann aus Nürnberg hatte den Gasthof in dem 1700-Einwohner-Ort vor längerer Zeit gekauft - mit der Absicht, daraus eine Asylunterkunft zu machen. Bislang Unbekannte hatten in der Nacht zum 12. Dezember 2014 den umgebauten Gasthof samt Scheune sowie ein frisch renoviertes Wohnhaus in Brand gesteckt. Auf ein Nebengebäude sprühten sie Hakenkreuze und eine ausländerfeindliche Parole. Der Brandanschlag gilt als Beginn einer Serie ähnlicher Attentate auf Flüchtlingsheime in Deutschland.

Vorras Bürgermeister Volker Herzog (SPD) zeigte sich am Donnerstag von der neuesten Wendung in Sachen des Brandanschlag überrascht. Zum Hinweis der Polizei, dass statt ausländerfeindlicher Motive „wirtschaftliche Erwägungen“ eine Rolle spielten, wollte er sich nicht äußern. Er räumte aber ein, dass in der Gemeinde in den zurückliegenden Monaten immer wieder auch das Gerücht kursiert habe, das ganz andere als rechtsextremistische Motive bei dem Brand des alten Gasthofs eine Rolle gespielt haben könnten.

Nach Angaben des Gemeindeoberhaupts ist ein zu dem Gasthof-Komplex gehörendes Wohnhaus im Dezember 2015 von vier Flüchtlingsfamilien bezogen worden. Nächste Woche sollen weitere 50 Flüchtlinge im Gasthof unterkommen. „Der Einzug hat sich verzögert. Da war einiges kaputt. Vor allem die Wiederherstellung des Treppenaufgangs in den zweiten Stock des Gasthofs war sehr viel Arbeit“, sagte Herzog.

Erleichtert zeigte sich derweil der direkt neben dem Gasthof wohnende evangelische Gemeindepfarrer Björn Schukat: „Zu wissen, dass der Brand keinen rechtsradikalen Hintergrund hat, tut uns in Vorra gut.“

dpa

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