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Nach mehreren Jahrzehnten neue Ermittlungen zu Teenager-Tod

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Blaulicht
Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht an einem Einsatzort. © Carsten Rehder/dpa/Symbolbild

Mehr als 31 Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Jugendlichen hat die Polizei in Unterfranken den Fall neu aufgerollt. So seien etwa neue DNA-Untersuchungen in Auftrag gegeben worden, um doch noch einen Täter zu überführen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Das 16 Jahre alte Opfer aus Wörth am Main (Landkreis Miltenberg) war am 20. Dezember 1990 nicht mehr nach Hause gekommen.

Wörth am Main - Spaziergänger fanden den jungen Mann drei Tage später tot in einem Wald unweit der Kleinstadt an der bayerisch-hessischen Landesgrenze. Trotz umfangreicher Ermittlungen sei damals kein Täter überführt worden.

„Ein "Cold Case"“ wird nie ganz zu den Akten gelegt“, erklärte der Polizeisprecher. „Wir möchten nun Hinweise aus der Bevölkerung.“ Daher wollen Polizei und Staatsanwaltschaft an diesem Freitag in Wörth die Bürger über die neuen Ermittlungen informieren.

Die Kriminalpolizei Aschaffenburg arbeitet mit einer Sonderkommission an dem ungelösten Fall. Weitere Einzelheiten etwa zur Todesursache oder Tatwaffe wurden zunächst nicht bekannt.

Kurz nach der Tat hatte die Aschaffenburger Polizei damals mitgeteilt, der Bäckerlehrling sei vermutlich durch Gewalteinwirkung mit einem scharfkantigen Werkzeug gegen den Hals getötet worden. Zum letzten Mal sei er von Arbeitskollegen gesehen worden, als er ein Lokal in Wörth verlassen habe. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, wurden damals 13 000 Mark Belohnung ausgesetzt.

Mord verjährt nicht. Doch je länger ein Verbrechen zurückliegt, desto schwieriger gestaltet sich die Aufklärung. Polizei und Angehörige setzen Jahrzehnte nach ungeklärten Taten vor allem auf neue wissenschaftliche Techniken und Auswertungsverfahren, um Tätern auf die Spur zu kommen. Die Aufklärungsquote für Mord liegt Polizeistatistiken zufolge seit Jahren bei 90 bis 95 Prozent. dpa

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