Naturschützer kritisieren Waldzerstörung in Bayern

Blauer Himmel wölbt sich über einem Wald. Foto: Michael Reichel/Archiv
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Blauer Himmel wölbt sich über einem Wald. Foto: Michael Reichel/Archiv

Nürnberg/Berlin (dpa/lby) - Der Bund Naturschutz (BN) in Bayern kritisiert die Zerstörung von Wäldern in Oberbayern und im Spessart. Im Naturschutzgebiet Pähler Schlucht seien auf Teilflächen rund 50 Prozent des Holzvorrates gefällt worden - darunter sehr alte, dicke Bäume, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Waldreport 2016. Bei den Arbeiten seien massive Bodenschäden entstanden. In der Folge hätten Stürme zahlreiche weitere Bäume umgerissen.

Die Naturschützer bewerten den Fall zwar als "extrem", bezeichnen ihn aber als "symptomatisch für die teilweise sehr schlechte Zusammenarbeit" zwischen Forst- und Naturschutzbehörden in Bayern. Sie kritisieren auch das massenhafte Fällen von Biotopbäumen und Totholz in den Eichenwäldern im Spessart. "Diese Vorfälle machen deutlich, dass es noch großen Verbesserungsbedarf in der bayerischen Forstwirtschaft gibt", sagte BN-Referent Ralf Straußberger.

In dem Report des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland wurden je zehn positive und negative Fälle aus elf Bundesländern analysiert. "Vorbildhaft" ist demnach das Projekt "Zukunftswälder" im mittelfränkischen Landkreis Roth. Dort hatten private und kommunale Waldbesitzer reine Kiefernwälder mit rund 500 000 neu gepflanzten Bäumen in stabilere Laubmischwälder umgewandelt.

Waldreport

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