Nebenbuhler aus Eifersucht erstochen

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Der angeklagte Vadim J. soll einen Nebenbuhler erstochen haben.

Bayreuth - Ein klassischer Fall von Eifersucht: Zwei Männer buhlen um dieselbe Frau. Der eine rammt dem anderen ein Messer in die Brust. Jetzt steht ein 28-Jähriger wegen Mordes vor Gericht.

Wegen Mordes an seinem angeblichen Nebenbuhler muss sich ein 28 Jahre alter Mann seit Dienstag vor dem Landgericht Bayreuth verantworten. Er soll am 28. März 2009 dem Konkurrenten ein Messer in die Brust gerammt haben. Der 33-Jährige starb trotz mehrerer Notoperationen wenige Tage später. Täter und Opfer buhlten um die Gunst einer 25-Jährigen, deren Mann im Gefängnis saß.

Die Frau hatte den Angeklagten zwei Monate vor der Tat in ihre Wohnung aufgenommen. Während des Prozessauftakts wurde deutlich: Das 33 Jahre alte Opfer, ein Freund des Häftlings, sah sich in einer Art Beschützerrolle. Er wollte den neuen Liebhaber zur Rede stellen, hatte offenkundig aber auch selbst Interesse an der jungen Frau. Der Angeklagte äußerte sich zunächst nicht zur Tat. Er gab lediglich an, dass er nach dem Hauptschulabschluss relativ schnell auf die schiefe Bahn geraten sei. Er habe bereits im Alter von 13 Jahren Drogen konsumiert und mit 16 eine erste Jugendstrafe von 14 Monaten absitzen müssen.

Die 25-Jährige, wie der Angeklagte russischer Abstammung, habe er bei einer Drogentherapie im Bezirkskrankenhaus kennengelernt. Danach sei er bei der Frau eingezogen. Dies habe in deren Bekanntenkreis für Unmut gesorgt. Trotz der Therapie habe er weiterhin regelmäßig Heroin konsumiert und am Tattag auch größere Menge Bier, Wein und vor allem Wodka getrunken.

Die junge Frau, die ebenfalls bereits mehrere erfolglose Therapien hinter sich hatte, konnte sich kaum mehr an Einzelheiten des Tattages erinnern. Sie wisse lediglich noch, dass sich das spätere Opfer wegen ihrer Beziehung zum Angeklagten mächtig aufgeregt habe, sagte die Zeugin. Dabei sei es dem 33-Jährigen allerdings weniger um ihr Wohlergehen gegangen. Vielmehr habe der angebliche Beschützer selbst von einem Verhältnis mit ihr geträumt. “Das wollte ich aber nicht, ich habe ihn immer abblitzen lassen“, sagte die 25-Jährige.

Der Anklage zufolge hat die junge Frau zusammen mit dem 28-Jährigen und zwei weiteren Kumpels am Tag der Tat gezecht, bis das spätere Opfer dazwischen kam und eine Aussprache verlangte. Die beiden Kontrahenten trafen sich dann vor dem Haus der Frau in der Bayreuther Innenstadt. Im Streit zog der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft in einer dunklen Hofeinfahrt völlig unvermittelt ein Küchenmesser und stach zu. Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird Ende November erwartet.

dpa

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