Zum Prozessbeginn

Neonazi Martin Wiese fordert Freispruch

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Martin Wiese ist nicht zum ersten Mal angeklagt.

Würzburg - Weil er Journalisten massiv bedroht hat, steht Martin Wiese vor Gericht. Zum Prozessbeginn am Mittwoch forderte der Neonazi einen Freispruch - man habe ihn damals nur missverstanden.

Der einschlägig vorbestrafte Neonazi Martin Wiese steht seit Mittwoch erneut vor Gericht. Der 37-Jährige soll im Sommer 2011 auf einer Kundgebung in Unterfranken

Erneut wurde in Würzburg eine Videoaufzeichnung von Wieses Rede im unterfränkischen Roden gezeigt. Demnach sagte er im August 2011 am Rednerpult: „Wir werden eines Nachts kommen, euch aus euren Löchern holen, euch vor einen Volksgerichtshof stellen und euch wegen Deutschlands Hochverrat verurteilen zu Tode.“

Zeugen sagten am Mittwoch aus, Wiese habe den Satz gegen die bei der Kundgebung anwesenden Pressevertreter gerichtet. Wiese bestritt dies erneut: Er habe niemanden konkret damit ansprechen wollen. Es sei eine fiktive Geschichte gewesen. Ein Volksgerichtshof sei genauso theoretisch wie Mr. Spock aus der Fernsehserie Raumschiff Enterprise.

Auch die Staatsanwaltschaft war gegen das erstinstanzliche Urteil in Berufung gegangen. Für die Anklagebehörde fiel es zu milde aus. Wiese, der 2005 in einem Terrorprozess um einen vereitelten Bombenanschlag auf das Jüdische Zentrum in München als Kopf der Kameradschaft Süd zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt worden war, sei viel zu schnell rückfällig geworden. Wiese wurde 2010 aus der Haft entlassen.

Der Prozess soll am 25. September fortgesetzt werden. Ein weiterer Zeuge soll dann befragt werden, ob das Video von Wieses Rede, das von der Verteidigung vorgelegt wurde, echt und ungeschnitten ist.

dpa

Journalisten das Todesurteil durch einen „Volksgerichtshof“ angedroht 

haben. Zu Beginn der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Würzburg forderte Wiese einen Freispruch: Die Journalisten hätten seine Rede falsch verstanden. Das Amtsgericht Gemünden hatte Wiese wegen Volksverhetzung und Bedrohung zu einem Jahr und neun Monaten Haft verurteilt.

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