Neue Feuerwehr-Spezialeinheit für Chemie-Unfälle

München - Mit einer neuen Spezialeinheit will die Münchner Feuerwehr in Zukunft besser auf chemische Unfälle reagieren. Am Mittwoch stellte sie die “Analytische Task Force“ (ATF) vor.

Diese besonders ausgebildete Truppe soll mit speziellen Geräten vor allem unbekannte flüssige und gasförmige chemische Stoffe bei Gefahrensituationen erspüren, messen und identifizieren. Mit ihren Geräten kann die ATF nach Angaben eines Feuerwehrsprechers am Einsatzort fast Laborbedingungen schaffen. So könne sie schnell und verlässlich Aussagen treffen, wie gefährlich ein ausgetretener Stoff ist.

Ein Einsatz der ATF erfolgt in drei Stufen: Zunächst berät sie den Einsatzleiter vor Ort telefonisch. Falls nötig rückt danach eine Sofort-Einheit aus, notfalls auch per Hubschrauber. Diese Einheit kann nur eingeschränkte Messungen durchführen.

Die dritte Stufe ist der Volleinsatz, bei dem die ATF qualifizierte Proben entnimmt, große Areale überwacht, die Situation bewertet, die Entwicklung der Lage prognostiziert und geeignete Maßnahmen empfiehlt. Dabei muss sie spätestens zwei Stunden, nachdem sie angefordert wurde, am Einsatzort sein. Bundesweit gibt es sieben derartige Eingreiftruppen.

Der Bund rief sie bei der Neuordnung des Bevölkerungsschutzes ins Leben. Die Münchner ATF nahm bereits Anfang Juli ihre Arbeit auf, präsentierte sich aber erst jetzt der Öffentlichkeit. Sie hat zwei Standorte in der Stadt und ist für einen Radius von 200 Kilometern rund um München und damit für fast ganz Bayern und Teile Baden-Württembergs zuständig.

Bisher war sie dreimal im Einsatz: Einmal beriet sie am Telefon, zweimal war sie zur Übung bei Notfällen, bei denen Stoffe austraten.

lby

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