300.000 Tonnen werden wohl gepflückt

Niedrige Apfelpreise dank Rekord-Ernte am Bodensee

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Äpfel schwimmen in einem Wasserbad.

Oberteuringen - Von einer "Jahrhunderternte" sprechen Apfelbauern am Bodensee: 300.000 Tonnen werden dieses Jahr voraussichtlich gepflückt. Die große Menge sorgt für niedrige Preise.

Die Apfelbauern am Bodensee rechnen in diesem Jahr mit einer Rekordernte. Der Ertrag in der gesamten Region werde bei rund 300.000 Tonnen liegen, sagte Martin Hagen von der Vertriebsgesellschaft Obst vom Bodensee am Montag in Oberteuringen. „Das ist eine sehr, sehr gute Ernte.“ Der Durchschnitt liege bei etwa 250 000 Tonnen. Das Anbaugebiet Bodensee erstreckt sich über vier Landkreise: Konstanz, Ravensburg, Bodenseekreis und das bayrische Lindau. 1600 Obstbauern bauen dort auf rund 7000 Hektar Äpfel an - darunter Sorten wie Jonagold, Elstar oder Gala.

Sorgen macht den Obstbauern allerdings das russische Einfuhrverbot für Agrarerzeugnisse. „Wir sind zwar nicht so stark abhängig“, sagte Hagen. „Acht Prozent des Ertrags geht Richtung Osten, das könnten wir grundsätzlich kompensieren.“ Die Erzeuger fürchten jedoch, dass ausländische Anbieter - beispielsweise aus Polen - auf den deutschen Markt drängen und den Preis drücken könnten. Russland hatte im Zuge des Ukraine-Konflikts ein einjähriges Einfuhrverbot für Agrarprodukte aus dem Westen verhängt.

Die Preise lägen schon jetzt 30 bis 40 Prozent unter dem Vorjahreswert, sagte Hagen. „Das wird sich früher oder später beim Verbraucherpreis niederschlagen.“ Dass die Bauern auf ihren Äpfel sitzen bleiben könnten, glaube er aber nicht: Die Verbraucher legten Wert auf regionale Produkte. „Solange sie deutsche Äpfel bekommen, werden sie die auch bevorzugen.“

Im vergangenen Jahr habe das Kilo Äpfel im Einzelhandel bei 2,49 gelegen, sagte Ewald Grundler von der gleichnamigen Obstvermarktung in Stockach am Bodensee. „Dieses Jahr sind wir bereits bei unter zwei Euro.“ Der Ertrag sei dagegen hervorragend. „Das ist fast schon eine Jahrhunderternte.“ Bereits geerntet wurden Frühsorten wie Delbarestivale. In den nächsten Tagen seien dann unter anderem Sorten wie Gala Royal und Elstar dran, sagte Grundler.

Der Südwesten ist nach Angaben des Statistischen Landesamtes das bedeutendste Obstbauland in Deutschland - fast ein Drittel der gesamten Baumobstflächen befinden sich hier. 2012 bauten demnach in ganz Baden-Württemberg rund 4000 Betriebe auf 14 800 Hektar Kern- und Steinobst an.

dpa

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