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2G-Regel in Zoos - Wildparkbetreiber aus Franken stinksauer: „Wenden sie den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit an“

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Von: Elena Royer

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Tierpark Eingang
Im Nürnberger Tiergarten gilt die 2G-Regel. © Thomas Hahn /Eibner-Pressefoto/Imago

2G im Zoo. Der Nürnberger Tiergarten und der Wildpark Schloss Tambach haben zu dieser Regel unterschiedliche Meinungen - die weit auseinander klaffen.

Nürnberg - Zu vielen Bereichen in Freizeit oder Kultur haben derzeit nur Menschen mit einem gültigen 2G-Nachweis Zutritt. Das heißt, sie müssen entweder genesen oder gegen Corona* geimpft sein. Seit der Einführung der 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt diese Regelung auch in zoologischen Gärten. Immer wieder entfachen deshalb Diskussionen über die Sinnhaftigkeit und Verhältnismäßigkeit solcher Regeln. Auch die Betreiber zweier Tierparks in Franken haben dazu unterschiedliche Ansichten.

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2G-Regel in Tierparks: Sinnvoll oder unverhältnismäßig?

Der Direktor des Nürnberger Tiergartens*, Dag Encke, vertritt dazu eine klare Meinung. Wie inFranken.de berichtet, erachte er die 2G-Regel im Tierpark als sinnvoll, da sie die Wahrscheinlichkeit von schweren Krankheitsverläufen im Falle von Infektionen, die bei der Omikron-Variante immer und überall zu erwarten sind, verringere. Obwohl im Handel die 2G-Regelung gekippt wurde, halte Encke die Zugangsbeschränkung für den Tiergarten Nürnberg* dennoch für verhältnismäßig. Ihm zufolge sei die Kontrolle leicht und effektiv möglich und bedeute keinen unverhältnismäßigen Mehraufwand.

Was den Tiergarten vom Handel unterscheide: Der Tiergarten sei nicht dazu da, den Grundbedarf im Alltag der Bürger zu decken, so der Tiergartenchef gegenüber inFranken.de. Er müsse demnach nicht allen Bürgern zur Verfügung stehen. Obwohl eine Ansteckungsgefahr in den Freibereichen Enckes Einschätzungen zufolge eher niedrig sei, solange die Abstandsregeln eingehalten würden, sei eine Wahrscheinlichkeit stets gegeben.

2G-Regel im Einzelhandel gekippt, in Tierparks besteht sie weiterhin - Frage nach Verhätnismäßigkeit

Ganz anders äußert sich dazu der Wildpark Schloss Tambach. Auf seiner Facebook-Seite richtet sich der Verfasser eines Posts an die bayerische Staatsregierung und das bayerische Parlament. „Wenn es in den bayerischen Geschäften keine 2G-Regelung* mehr gibt, warum ist sie dann in einem Tierpark, der NUR Outdoor ist, erforderlich!?“, ist dort zu lesen. Weiter heißt es: „Können Sie bitte die Rechtsstaatsprinzipien, darunter eben auch den viel bescholtenen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit anwenden?!“ Es sei „traurig, dass wir Bürger Sie auf die tragenden Säulen unseres Rechtsstaats hinweisen müssen“.

Zudem verweist der Verfasser auf einen Beitrag, den ntv am 24. Januar ausgestrahlt haben soll. Darin erklärt der Aerosolforscher Gerhard Scheuch, dass bekannt ist, dass die Gefahren hauptsächlich in Innenräumen* lauern würden. Demnach sollten möglichst viele Aktivitäten ins Freie verlegt werden. Im Freien zu lockern, wäre für ihn kein großes Problem. Diese und andere Aussagen des Aerosolforschers zitiert der Wildpark in seinem Beitrag. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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