Alarm bei Katastrophe

Nürnberg führt Handy-Warnsystem ein

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Der Leiter der Nürnberger Feuerwehr, Volker Skrok, präsentiert auf einem Smartphone die App "Katwarn". Ein Screenshot einer vergangenen Alarmierung aus Hamburg (r) verdeutlicht die konkrete Darstellung bei einem Vorfall. Als erste Kommune in Bayern führt Nürnberg ein Handy-Warnsystem für Katastrophenfälle ein.

Nürnberg - Tschernobyl war eines der Beispiele: Ein GAU passiert, und die Bevölkerung weiß nicht, was sie tun soll. Ähnlich war es auch schon bei Bombenfunden oder Dammbrüchen. In Nürnberg sollen die Bürger jetzt per Handy gewarnt werden.

Um die Menschen bei Katastrophen zu informieren, führt Nürnberg jetzt ein Warnsystem auf Handys ein.

Als erste Kommune in Bayern führt Nürnberg ein Handy-Warnsystem für Katastrophenfälle ein. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, einsatzstrategisch die Bevölkerung in Nürnberg zu warnen - kleinteilig, postleitzahlengenau, so dass wir genau diejenigen erreichen, die von einer Bombenwarnung oder einer Giftgaswolke betroffen sind“, erläuterte Feuerwehrchef Volker Skrok am Montag. Per SMS aufs Handy, mit Hilfe einer App auf dem Smartphone oder per E-Mail werde die Leitstelle im Ernstfall auch gleich mitteilen, wie die Menschen sich am besten verhalten sollten.

„Das Ziel (...) ist, dass wir die informieren, die wir informieren wollen, aber nicht, dass wir die mobilisieren, die dann als Schaulustige im Weg stehen“, erklärte Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD). Die Bürger melden sich deshalb mit der Postleitzahl ihres Wohnsitzes bei dem „Katwarn“ genannten kostenlosen System an; wer die „Schutzengelfunktion“ einschaltet, wird aber auch gewarnt, wenn er sich etwa am Arbeitsplatz oder bei einem Einkaufsbummel in einer Gefahrenzone aufhält.

„Katwarn“ wurde von den öffentlichen Versicherern entwickelt und steht prinzipiell allen Städten und Landkreisen im Freistaat zur Verfügung. Gerade jetzt nach der Hochwasserkatastrophe rechnet Rainer Fürhaupter von der Versicherungskammer Bayern damit, dass sich viele Verantwortliche in den nächsten Monaten für das System entscheiden werden. Bundesweit sind aktuell 19 Städte und Kreise beteiligt, darunter Berlin und Hamburg. Neben Unwettern, Dammbrüchen, Großbränden und Bombenalarmen sind auch Pandemien, Tierseuchen oder Trinkwasserverunreinigungen mögliche Warnanlässe.

dpa

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