Nürnberger Tierheim

Illegaler Transport im März: Streit um 100 geschmuggelte Hundewelpen landet vor Gericht

Welpen Hundetransport Polizei
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Die 101 aufgegriffenen Welpen bleiben zunächst weiter in Quarantäne (Archivbild).

Die Nürnberger Polizei hat im März einen illegalen Welpen-Transport entdeckt. Ein Gericht soll nun entscheiden, wie es mit den Hunden weitergeht.

Nürnberg/Ansbach - Im März deckte die Nürnberger Polizei einen Illegalen Welpen-Transport* auf. Die über 101 Tiere waren in einem Laster mit ungarischem Kennzeichen gefunden worden. Offenbar sollten sie weiter nach Belgien zum Verkauf transportiert werden. Da die Dokumente zu den Hunden gefälscht waren - und die Welpen eigentlich zu jung für den internationalen Transport - kamen die Tiere ins Nürnberger Tierheim. Dort mussten sie in Tollwut-Quarantäne, weil sie noch keine Impfung erhalten hatten.

Im April verstarb bereits eines der Hundebabys*. Der Rest sei, wie die dpa berichtete, den Umständen entsprechend wohlauf. Über deren Zustand erklärte die Leiterin des Tierheims Tanja Schnabel: „Sie leiden immer noch unter Darmparasiten, einige Hunde müssen noch operiert werden.“ Die Kosten, die die Unterbringung, sowie die Behandlung durch Tierärzte, Medikamente und Impfungen mit sich bringen, soll laut Nürnberger Ordnungsamt nun der ungarischen Händler, sowie der Belgische Käufer übernehmen. Das Tierheim hatte bereits versucht, die Hundebabys zu vermitteln*, doch momentan ist die rechtliche Grundlage noch unklar.

Nürnberg: Gericht beschließt in Eilverfahren: Hunde bleiben in Tollwut-Quarantäne

Deshalb ist der Fall nun beim etwa 45 Kilometer westlich gelegenen Verwaltungsgericht Ansbach. Der Nürnberger* Ordnungsamtsleiter Robert Pollack verfolgt daher die Verhandlung eifrig: „Wir sind sehr gespannt, wie das Gericht das sieht,“ sagt er. Dass jedoch nicht mit einem schnellen Ergebnis zu rechnen ist, sei ihm ebenfalls klar: „Die Rechtsmaterie ist aber sehr kompliziert“ räumt er daher ein.

Nun hatte der ungarische Züchter diese Woche beim Gericht eine Beschwerde gegen die Quarantäne der Hunde eingereicht. In einem Eilverfahren am vergangenen Donnerstag (6. Mai) beschloss das Verwaltungsgericht Ansbach laut einer Gerichtssprecherin, dass die Welpen weiterhin in Quarantäne bleiben müssen. Wie es danach mit den Hunden weitergehe, müsse in dem Hauptverfahren noch geklärt werden. Nach der Quarantäne sei es laut der Gerichtssprecherin durchaus möglich, dass die Tiere wieder ihrem Eigentümer zurückgegeben werden müssen.

Nürnberg: Kriminalpolizei ermittelt weiter wegen möglicher Verstöße gegen Tierschutz

Bis zum Hauptverfahren und der endgültigen Entscheidung, wer dafür aufkommen muss und was mit den Welpen geschieht braucht es also noch seine Zeit. Und momentan sei laut der Kriminalpolizei die Ermittlung wegen möglichen Verstößen gegen den Tierschutz noch in vollem Gange. Bisher könne dem Besitzer nur der Verstoß wegen der fehlenden Tollwut-Impfung nachgewiesen werden.

Immer wieder werden geschmuggelte Hundewelpen* und Katzenbabys im Freistaat entdeckt. Laut Angaben des Landestierschutzverbandes stießen die Behörden allein 2021 auf rund 400 Tiere. Einen Grund sehen die Tierschützer in der gestiegenen Nachfrage nach Haustieren infolge der Corona-Pandemie*. Dabei werde auch gerne auf illegale Quellen zurückgegriffen. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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