So funktioniert die App

Nach Nürnberg: Ganz Bayern setzt auf die Luca-App - Einige Kritikpunkte bereiten noch Sorge

Nach Nürnberg führt als nun ganz Bayern die Luca-App ein. Eine lückenlose Nachverfolgung könne somit möglich sein. Allerdings gibt es noch einige Kritikpunkte.

Update vom 9. April: Ganz Bayern möchte in Zukunft die Luca-App nutzen, um die Nachverfolgung von Kontakten in der Corona-Pandemie zu erleichtern. Der Freistaat erwerbe eine bayernweite Lizenz, kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) am Mittwoch in einer Pressekonferenz nach einer Sitzung des Kabinetts an. Die bayerischen Gesundheitsämter können durch die App Informationen austauschen. Dies kann helfen, Infektionsketten zu erkennen und zu durchbrechen. Auch andere Bundesländer, wie Baden-Württemberg und Thüringen, setzten bereits auf die App.

Bayern führt Luca-App ein - Einige Kritikpunkte gibt es noch

Allerdings steht die App in den letzten Wochen stark in der Kritik. Laut dem Bayerischen Rundfunk (BR) sei ein enormes Problem, dass sich die Codes zum Einchecken theoretisch von überall benutzen lassen. Es ist zum Beispiel möglich, vom Sofa aus bei einer Veranstaltung einzuchecken, die mehrere Bundesländer entfernt stattfindet. So hatten beispielsweise über 100 Menschen in der Nacht zu Mittwoch im Zoo Osnabrück eingecheckt – darunter der Satiriker Jan Böhmermann, wie der BR berichtet. Auf Twitter* kursierte der Hashtag „#LucaFail“.

Ein weitere Kritikpunkt sei, dass die App in Zoos eingesetzt werde, es aber nur einen Code für ein großes Gebiet gäbe. Das könnte dazu führen, dass ein Zoo-Besucher bei der Kontaktnachverfolgung vor einer möglichen Infektion gewarnt wird, obwohl er von der infizierten Person jederzeit über einen Kilometer entfernt war, so der BR. Auch Fachleute aus der IT bemerken immer wieder Lücken und Mängel in der App. Zuletzt wurde bekannt, dass sich die Zahl der Besucher mit ein paar Tricks von jedem herausfinden lassen.

Erstmeldung vom 25. März

Nürnberg - Die Stadt Nürnberg* verwendet als erste Stadt in Bayern die sogenannte Luca-App. Am Montag (22. März) hat die Stadt einen Kooperationsvertrag mit dem Anbieter der App abgeschlossen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Die App dient dazu, die Kontaktnachverfolgung noch zu verfeinern und Personen leichter die Möglichkeit zu bieten, bei einer Lockerung des Corona*-Lockdowns Geschäfte, Gastronomiebetriebe oder Kulturveranstaltungen wieder aufzusuchen.  

„Die Nutzung der App vereinfacht bei Einhaltung aller Corona-Hygienevorgaben eine schrittweise Rückkehr in ein normaleres Leben in der Stadt“, sagt Oberbürgermeister Marcus König. „In kürzester Zeit ist es den städtischen IT-Experten zusammen mit den App-Entwicklern gelungen, eine Schnittstelle zum Gesundheitsamt zu schaffen.“ Die App könne ab sofort von Bürger:innen installiert werden und ist für jeden kostenfrei.

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Nürnberg führt Luca-App ein - Wie genau funktioniert die App?

Die Nutzer:innen registrieren sich in der App mit ihren Kontaktdaten. Wenn sie beispielsweise ein Restaurant oder eine Veranstaltung besuchen, checken sie sich durch einen QR-Code mit der Handykamera ein. Mit diesem „Einchecken“ wird ein „Fingerabdruck“ der Begegnungen innerhalb der Lokalität erstellt. Die App speichert dann den Kontakt in einer virtuellen Box. Nur die Gesundheitsämter können auf diese Daten zugreifen.

Im Infektionsfall fordert das Gesundheitsamt vom Gastgeber oder dem Veranstalter die Check-Ins und kann die Kontaktpersonen anschließend informieren, wie es in der Mitteilung der Stadt heißt. Das Auschecken erfolgt entweder in der App oder automatisch, wenn man sich vom Ort des Check-Ins entfernt. Diese optionale Funktion („Geo-Fencing“) können Betreiber aktivieren und erfolgt mittels Standortbestimmung bei den Nutzern.

Luca-App auch in anderen Städten im Einsatz

Entwickelt haben die Luca-App die Jungs der Band „Die Fantastischen Vier“ zusammen mit neXenio und culture4life. Seit Ende November ist die App auf dem Markt und wird auch schon in einigen anderen deutschen Städten erfolgreich eingesetzt. Mecklenburg-Vorpommern führt sie in Kürze landesweit ein, da der Pilotversuch in Rostock* erfolgreich war. In Thüringen ist nach Abschluss der Testphase in Jena ein Einsatz in allen 22 Gesundheitsämtern geplant. Und auch in Baden-Württemberg läuft ein Pilotprojekt in drei Gesundheitsämtern.

„Eine lückenlose Nachverfolgung und Unterbrechung von Infektionsketten ist eine wichtige Grundvoraussetzung für mögliche Öffnungsschritte“, so Gesundheitsreferentin Britta Walthelm. Die App könne dazu beitragen, die Kontaktnachverfolgung zu erleichtern und somit Infektionsketten frühzeitig zu erkennen. Auch private Treffen können mit der App nachverfolgt werden. Im Falle einer Infektion garantiert die App eine sichere und verschlüsselte digitale Meldekette an das Gesundheitsamt. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Stadt Nürnberg/ Andreas Franke

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