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Afrikanische Schweinepest bald in Bayern? Nürnberger Tiergarten um seltene Art besorgt

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Der Nürnberger Tiergarten sorgt sich um seine Hirscheber.
Der Nürnberger Tiergarten sorgt sich um seine Hirscheber. © Tom Burger/Tiergarten Nürnberg

Sie kommt immer näher: Die Afrikanische Schweinepest macht dem Nürnberger Tiergarten große Sorgen. Was passiert, wenn sie ihn und seine Hirscheber überfällt?

Nürnberg – Wie gefährlich ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) für Mensch und Tier? Nun, für Menschen und andere Tierarten ist sie ungefährlich – Schweine hingegen können daran sterben. Und das Virus kommt immer näher: 2007 kam die ASP von Afrika nach Georgien, 2014 erreichte sie die Europäische Union, 2020 wurde der erste Fall bei einem Wildschwein in Brandenburg bekannt. Inzwischen sei die Seuche bis nach Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern vorgedrungen. Nicht mehr weit zu Bayern: Der Nürnberger Tiergarten* ist in Sorge. Er hält Hirscheber, eine Schweineart, die vom Aussterben bedroht ist. Jeder weitere Todesfall mache es schwerer, die Art zu retten. Das berichtet die Stadt Nürnberg* in einer Pressemitteilung.

Hirscheber im Nürnberger Tiergarten: Jeder Verlust wiegt schwer

Jörg Beckmann, der stellvertretende Direktor des Tiergartens, ist besorgt: „Mit der Afrikanischen Schweinepest haben wir zum ersten Mal eine Bedrohung, die zeitgleich die Wildpopulation und die sogenannte Reservepopulation in den Zoos betrifft.“ Als Vorsitzender der Fachgruppe für Tapire, Flusspferde und Schweinearten des Europäischen Zooverbands EAZA setzt er sich für gefährdete Arten ein, indem er gesunde Tiere außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes bewahrt und verhindert, dass ihre Art ausstirbt.

Von den 42 Hirschebern, die in Europas Zoos beherbergt werden, lebt laut der Stadt ein Pärchen im Tiergarten Nürnberg. Neben Hirschebern sind auch andere Schweinearten von der ASP und vom Aussterben bedroht. Um die Arten zu erhalten, haben unter anderem der Verband der Zoologischen Gärten und die Deutsche Tierpark Gesellschaft das Visayas-Pustelschwein zum Zootier des Jahres 2022 gewählt. Damit soll das Problem näher in den Mittelpunkt gerückt werden.

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Ein weggeworfenes Wurstbrötchen im Wald kann tödlich enden

Das Virus überträgt sich durch direkten Kontakt und über Blut. Doch auch Menschen können schuld daran sein, dass sich das Virus weiterverbreitet. Wenn wir etwa ein Wurstbrötchen in den Wald schmeißen, kann dieses im schlimmsten Fall von einem infizierten Schwein stammen, das von anderen Schweinen gegessen wird. Denn das Virus kann mehrere Wochen überleben und über unterschiedliche Materialien zu einem neuen Wirt gelangen. Kommt es zu einem Ausbruch, müssen normalerweise mehrere Hunderte Tiere getötet werden.

Allerdings gibt es eine Ausnahmeregelung, wenn es sich um Arten handelt, die vom Aussterben bedroht sind. So müssen Schweine in Zoos, die sich in der Nähe eines ASP-Ausbruches befinden, nicht zwangsläufig getötet werden, wie die Stadt schreibt. Langfristig möchte man aber die Seuche eindämmen. Mitarbeitende des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) arbeiten derzeit an einem Impfstoff gegen ASP, um die Schweinearten zu erhalten. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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