Starke Symptome

Zweitinfektion mit Coronavirus - Nürnberger berichtet von „starken Schmerzen“ und Todesangst

Nach einer Infektion mit dem Coronavirus sind die meisten Patienten für eine gewisse Zeit immun gegen eine erneute Ansteckung. Einen Ausnahmefall gab es kürzlich in Nürnberg.

  • Nach einer Infektion mit dem Coronavirus* sind die meisten Menschen erst einmal immunisiert.
  • Zu einer Zweitinfektion kam es dennoch kürzlich Nürnberg.
  • Schuld daran könnte ein falsch-negativer Test*, eine Re-Aktivierung oder eine Re-Infizierung sein.

Nürnberg - Zweitinfektionen mit dem Coronavirus in kurzem Abstand gelten als sehr selten - trotzdem kommen sie immer wieder vor. Ein Beispiel aus Nürnberg* zeigt erneut, dass die Immunität nach dem Durchstehen einer Covid-19-Erkrankung nicht immer gegeben ist. Der 62-jährige Nürnberger Vojtech Valent sagt: „Ich bin froh, dass ich noch lebe.“

Nürnberg: Fast einen Monat dauert die Covid-19-Erkrankung an

Wie das Nachrichtenportal nordbayern.de berichtet, erhielt Valent bereits am 7. November 2020 erstmals ein positives Testergebnis - nach einschlägigen Symptomen wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber und Husten. Erst Ende November habe sich der Nürnberger wieder gesund gefühlt - alle Symptome, so auch der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, seien nach rund drei Wochen wieder verschwunden. „Ich habe mich dann wieder komplett gesund gefühlt“, sagte der 62-Jährige dem Nachrichtenportal.

Lange währte die Freude aber nicht - trotz eines erneut negativen Testergebnisses am 5. Dezember. Etwa eine Woche nach dem zweiten Abstrich „kamen die Symptome* von jetzt auf gleich zurück“. Ein weiterer Test schockierte den Nürnberger: Am 15. Dezember ließ sich Valent erneut testen, drei Tage später erhielt er ein positives Ergebnis. Wie die Nachrichtenseite berichtet, waren die Symptome des Nürnberges indes sogar schlimmer als bei der ersten Infektion.

Coronavirus in Nürnberg: Zweitinfektion mit starken Symptomen - Patient berichtet von Todesangst

Die Kopfschmerzen seien unerträglich gewesen, trockener Husten und Atemnot versetzten den Patienten in Todesangst. Zweimal habe der 62-jährige den Notarzt gerufen. „Ich bekam schon sehr starke Schmerzmittel, laut meinem Hausarzt waren die eigentlich für Onkologie-Patienten. Es hat nichts anderes geholfen“, sagte er nordbayern.de. Während des schmerzhaften Verlaufs habe er sogar seine Familie auf den Ernstfall vorbereitet und wichtige Dokumente zusammengesucht.

Erst Ende Dezember hätten die Symptome nachgelassen, auf einen negativen Test am 30. Dezember folgte die Erleichterung. „Mir geht es wieder deutlich besser“, sagte der Nürnberger. Mit den Nachwirkungen habe er jedoch noch immer zu kämpfen. „Geruchs- und Geschmackssinn* sind zwar zurück, allerdings leide ich noch immer unter Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit. Ich fühle mich Jahre älter“.

Nach Ergebnissen einer Studie der University of Oxford ist die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Erkrankung innerhalb des ersten halben Jahres nach der Erstinfektion recht gering. Noch im November vergangenen Jahres waren weltweit nur fünf Zweitinfektionen mit dem Coronavirus bekannt - einer der Fälle wurde in den USA bekannt*.

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Nürnberg: Negativer Coronavirus-Test eventuell statistischer Irrtum

Im Dezember 2020 erklärte Virologe Christian Drosten das Phänomen eines negativen Tests zwischen zwei positiven damit, dass der Körper sich entweder nicht immunisiert hätte, oder das Virus zurückgekommen sei. Das zwischenzeitlich negative Ergebnisse lasse sich mit Schwankungen bei der Nachweisbarkeit erklären: „Es ist mal nachweisbar, auch mal für ein paar Tage hintereinander, dann ist es wieder für ein paar Tage hintereinander nicht nachweisbar. Das springt immer mal über und unter die Nachweisgrenze“, so Drosten.

In einem anderen Fall infizierte sich ein älterer Patient mit einem geschwächten Immunsystem ein zweites Mal. Bei dem betroffenen Patienten ergab eine genetische Analyse, dass es sich um einen anderen Coronavirus-Typ* handelte. Einem Vorbericht von merkur.de zufolge ist für die erneute Infektion mit demselben Virusstamm eine Re-Aktivierung verantwortlich. „Das wäre möglich, wenn entweder keine ausreichende Immunität gegen das Coronavirus gebildet worden oder das Immunsystem des Patienten sehr geschwächt sei. Dann könnten sich vorher nicht festgestellte Viruskonzentrationen wieder erhöhen und somit auch wieder messbar werden“, schreibt das Nachrichtenportal. Von einer Re-Infizierung spricht man indes bei dem seltenen Fall einer vom Immunsystem nicht verhinderten Zweitinfektion mit einem veränderten Virusstamm.

Der Fall des Nürnbergers lässt sich das nicht mehr genau rekonstruieren. Dr. Thomas Schrauzer, Oberarzt am Institut für Klinikhygiene, Internist und Intensivmediziner nimmt laut nordbayern.de an, dass sich Vojtech Valent noch nicht richtig auskuriert hatte: „Wenn man vier Wochen erkrankt ist, sich in diesem Zeitraum krankheitsbedingt kaum belastet und dann wieder Sport treibt, erscheinen mir Rückfälle durchaus denkbar.“ Warum der Schweregrad bei einer Corona-Zweitinfektion heftiger als beim ersten Mal ausfallen könnte, lässt sich auch mit einer Vorbelastung durch die erste Infektion erklärt werden. Diese und andere Erklärungen lesen Sie hier*. (nap) *Merkur.de, hna.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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