Oberammergauer Passion: Text-Proben unter Corona-Bedingungen

Spielleiter Christian Stückl
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Spielleiter Christian Stückl steht neben einem Plakat für die Passionsspiele 2022.

Neustart für die Passionsspiele in Oberammergau: Nach zweijährigem Corona-Aufschub bereitet sich der Ort auf den neuen Premierentermin vor. Spielleiter Stückl steht dabei vor völlig neuen Herausforderungen.

Oberammergau - Unter erschwerten Pandemie-Bedingungen gehen die Vorbereitungen auf die Passionsspiele in Oberammergau in die heiße Phase. Am Donnerstagabend treffen sich erstmals rund 150 Darsteller zur Leseprobe. Dabei sind alle, die eine Sprechrolle haben - und alle müssen vor der Probe einen Corona-Antigen-Test machen.

„Wir wollen täglich alle testen“, sagte Spielleiter Christian Stückl vor der Probe. „Wir müssen schauen, wie wir das hinkriegen.“ Insgesamt 2100 Oberammergauer und damit mehr als ein Drittel der gut 5000 Einwohner wirken an der Aufführung mit, die am 14. Mai Premiere feiern soll. Für alle Mitwirkenden gilt 3G am Arbeitsplatz, also geimpft, genesen oder getestet - die Gemeinde ist hier Arbeitgeber.

Bei Volks-Szenen sind 600 bis zu 800 Menschen auf der Bühne. Um mehr Abstand halten zu können, will Stückl das Volk für die Proben in zwei Gruppen teilen. „Das bringt etwas Luft hinein“, sagte Stückl. Er wolle, dass „kein Ungetesteter auf der Bühne ist“. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nach der 3G-Regel zudem zweimal pro Woche einen PCR-Test vorlegen.

Wer sich nicht testen lassen wolle, könne andere Aufgaben jenseits der Bühne übernehmen. „Es soll signalisiert sein: Wir werden die Testung streng durchziehen. Wer nicht mitmacht, für den wird es schwierig“, sagt Stückl. „Ich habe die Verantwortung für gut 2000 Leute, für Kinder wie für Alte.“ Einige der Darsteller sind hochbetagt.

Chor und Orchester proben teils bereits seit November. Es ist der zweite Anlauf für die Premiere. Stückl hatte das berühmte Laienspiel von dem Leiden, dem Sterben und der Auferstehung Jesu im Frühjahr 2020 wegen der Pandemie verschoben. Die Oberammergauer wollen es nun vom 14. Mai bis 2. Oktober auf die Bühne bringen. Zu rund 100 Aufführungen werden 450.000 Besucher aus aller Welt erwartet - sofern nicht neue Corona-Regeln das verhindern. Bisher sind rund 75 Prozent der Karten verkauft.

Das Passionsspiel geht auf ein Gelübde von 1633 zurück. Damals tobte die Pest im Lande. Die Oberammergauer gelobten, alle zehn Jahre die Passion aufzuführen, um die grassierende Seuche abzuwenden. Der Legende nach starb danach niemand im Dorf mehr an der Pest. dpa

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