Regensburger Uni-Klinikum betroffen

Organspende-Skandal zieht sich bis nach Bayern

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Der im Göttinger Organspende-Skandal unter Verdacht stehende Oberarzt soll schon in Regensburg für Missstände bei Transplantationen gesorgt haben. Der 45-Jährige hatte vor seiner Zeit an der Göttinger Uniklinik am Regensburger Klinikum gearbeitet.

Regensburg/Göttingen - Ein 45-jähriger Oberarzt steht im Göttinger Organspende-Skandal unter Verdacht. Nun wurde bekannt, dass er auch an einer Klinik in Bayern gepfuscht hat.

An der Universitätsklinik Regensburg sind in der Vergangenheit ausländische Patienten unberechtigterweise auf die europäische Warteliste für Organtransplantationen gelangt. Eine Klinik-Sprecherin bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Vorgang aus dem Jahr 2005. Als Konsequenz aus den Fehlern seien an der Klinik damals strengere Richtlinien erlassen worden.

Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ im Zusammenhang mit dem Göttinger Organspendeskandal von Unregelmäßigkeiten in Regensburg berichtet. Dort hatte der im Göttinger Skandal unter Verdacht stehende und inzwischen entlassene Oberarzt zuvor gearbeitet.

Demnach kooperierte das Klinikum in Regensburg damals mit einer Privatklinik in Jordanien bei einem Programm für Lebertransplantationen von Lebendspendern. Die jordanischen Patienten hätten ausschließlich Organe von nächsten Verwandten erhalten. Weil die Operationen ursprünglich in Regensburg stattfinden sollten, seien die Patienten zunächst korrekterweise auf die Transplantationsliste gesetzt worden. Dass ihre Namen nicht rechtzeitig wieder gelöscht wurden, sei ein Dokumentationsfehler gewesen, räumte die Sprecherin auf Anfrage ein.

Die Vorgänge seien „intern und extern“ umfassend geprüft worden. „Dabei konnte kein Gesetzesverstoß des besagten Oberarztes festgestellt werden“, teilte das Klinikum weiter mit.

dapd

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