Skurriler Rechtsstreit

"Griaß di" entfacht Zoff mit Österreich 

Innsbruck - Die harmlose Grußformel “Griaß di“ sorgt für Streit zwischen Österreichern und einer bayerischen Firma. Schuld ist ein Patent.

Ein 30-jähriger Mann aus Tirol verkaufte im Internet T-Shirts mit dem Aufdruck “Griaß di“ (“Grüß dich“). Allerdings hatte sich die Firma Mayr & Abel Druck aus dem bayerischen Allgäu den Gruß als Marke für Kleidung bei der EU patentieren lassen. Tirol reagierte mit Unmut.

Österreichische Zeitungen kritisierten, der einheimische Gruß sei nun in deutscher Hand. Die Tiroler Versicherung, die 2004 eine “Griaß di“-PR-Kampagne hatte, empörte sich: “Wenn es jetzt nach der EU gehe, dann werde man wohl in Zukunft nur noch gegen Entgelt grüßen dürfen.“

Peter Mayr aus Legau (Landkreis Unterallgäu), der seine “Griaß di“-Shirts unter dem Label “Die Allgäu Kollektion“ vertreibt, sieht das gelassen. “Das ist ein Sturm im Wasserglas. “Griaß di“ sagt man ja nicht nur in Tirol, sondern auch bei uns oder in Südtirol“, sagte er am Mittwoch der dpa. “Geschützt ist nicht der Gruß, sondern nur der Druck auf T-Shirts.“

Der 30-jährige Tiroler will sich gegen das Verwendungsverbot wehren und sucht einen Anwalt. Sein T-Shirt will er vorerst mit der Grußformel “Grieß enk“ (“Grüß euch“) anbieten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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