Polizist nach gefälschtem Einsatzbericht verurteilt

Ingolstadt (dpa/lby) - Ein Polizist aus Ingolstadt ist zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er nach Ausschreitungen von Fußballfans seinen Einsatzbericht gefälscht hatte. Das Amtsgericht Ingolstadt bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Donaukuriers" vom Donnerstag.

Bei einem Fußballderby zwischen dem FC Ingolstadt II und der Eintracht Bamberg war es im Sommer 2013 am Ingolstädter Hauptbahnhof zu Krawallen gekommen. Der Polizist hatte dabei einen Fan der Gastmannschaft mit dem Schlagstock verprügelt. Anschließend gab der Polizeihauptmeister im Einsatzbericht an, der Mann habe ihn in den Rücken getreten und ihn anschließend mit einer zerbrochenen Bierflasche bedroht. Ein Video beweist allerdings, dass der Fan den Polizisten schubste und ihn nicht mit der Flasche bedrohte, da ein weiterer Polizist ihm diese vorher wegnahm.

Dass es sich bei dem Bericht um einen Wahrnehmungsfehler des Verurteilten handelte, schloss der Richter bei der Urteilsverkündung am Mittwoch aus. "Der Einsatzbericht wurde bewusst falsch geschrieben", erklärte er. Wie es für den verurteilten Polizisten weitergeht, ist noch unklar. Wird die Strafe rechtskräftig, wird der Beamte aus dem Dienst entfernt. "Er hat aber nach dem Urteil noch eine Woche Zeit, um in Berufung zu gehen", erklärte der Richter.

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