Verhandlung in Regensburg

Prozess um Attacke auf Asylbewerber: Urteil möglich

Regensburg - Zwei Brüder sollen in einem Zug in Niederbayern auf einen Asylbewerber eingeschlagen haben: Am Montag (9.00 Uhr) geht der Prozess vor dem Landgericht Regensburg in die Endphase.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers könnten die Plädoyers gehalten werden. Ob die Kammer auch noch das Urteil verkündet, war zunächst unklar.

Laut Anklage hatten die 18 und 25 Jahre alten Brüder gemeinsam mit einem Freund den jungen Mann aus Mali in Niederlindhart (Landkreis Straubing) attackiert, als dieser den Regionalzug verlassen wollte. Die Täter zogen ihm die Jacke über den Kopf und schlugen und traten auf den 18-Jährigen ein. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

Die Angeklagten hatten in dem Verfahren ein rassistisches Motiv bestritten. Die Brüder sind wegen Körperverletzung vorbestraft und standen zur Tatzeit noch unter Bewährung. Der Vertreter der Nebenklage ist jedoch überzeugt, dass die Angreifer aus rassistischen Motiven gehandelt haben. In E-Mails, Kurznachrichten und Telefonaten, die in dem Verfahren vorgelesen wurden, hatten die Brüder das Opfer immer wieder als „Nigger“ beschimpft. Der 18-Jährige hatte bei der Attacke eine Gehirnerschütterung sowie zwei Platzwunden und Prellungen am Kopf erlitten und musste drei Tage ins Krankenhaus.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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