Anklage wegen Brandstiftung und Nötigung

Prozess-Auftakt: Brummifahrer auf Rachefeldzug

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Für diesen Brand bei einer Spedition in Rheine (Nordrhein-Westfalen) soll der Angeklagte verantwortlich sein.

Nürnberg - Noch läuft der Prozess gegen den Autobahnschützen aus der Eifel. Da beginnt in Bayern ein zweites Verfahren gegen einen rachsüchtigen Lkw-Fahrer. Seit Dienstag steht in Nürnberg ein Brummi-Fahrer vor Gericht, der Lastwagen angezündet haben soll.

Wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung in Millionenhöhe muss sich der Lasterfahrer vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 60-Jährigen vor, zwischen Oktober 2008 und November 2013 deutschlandweit mehrmals Lastwagen - teilweise mitsamt der Auflieger - in Brand gesetzt zu haben. Außerdem beschädigte er laut Anklage Büroinventar und bedrohte mehrere Menschen per Brief. Auch Nötigung werfen ihm die Ankläger vor. Insgesamt soll der Mann einen Schaden von mehr als 1,8 Millionen Euro angerichtet haben. Der 60-Jährige äußerte sich beim Prozessbeginn am Dienstag nicht zu den Vorwürfen.

Nach Ansicht der Ermittler befand sich der Lasterfahrer auf einem persönlichen Rachefeldzug. Dieser richtete sich unter anderem gegen seinen Ex-Arbeitgeber, der ihm nach einem Streit mit einem anderen Lkw-Fahrer gekündigt hatte, sowie gegen eine Anwaltskanzlei im oberfränkischen Burgkunstadt, die ihn seiner Ansicht nach wegen einer Körperverletzung nicht richtig vertreten hatte. Der aus der damaligen DDR stammende Mann saß einst wegen Republikflucht im Gefängnis und wurde später außerdem wegen Körperverletzung verurteilt - seiner Meinung nach zu Unrecht.

Den größten Schaden richtete der Mann laut Anklage im November 2013 auf einem Firmengelände in Rheine (Nordrhein-Westfalen) an. Dort setzte er mit Grillanzündern sowie mit einer brennbaren Flüssigkeit getränkten Stofflappen 14 Laster in Brand. Zuvor hatte er die Tanks der Fahrzeuge mit einem Hammer beschädigt. Allein an den Lastern entstand etwa eine Million Euro Schaden. Den zweitgrößten Schaden mit etwa 400 000 Euro gab es bei der ersten Tat in Saara (Thüringen). Damals steckte der Mann laut Anklage fünf Zugmaschinen und ihre Aufliegern in Brand.

Weitere Tatorte waren Nürnberg, Rednitzhembach (Mittelfranken) und Obertraubling in der Oberpfalz. Auf die Spur kamen die Ermittler dem 60-Jährigen mit Hilfe eines DNA-Treffers. Er hatte sich an einem Tatort verletzt und eine Blutspur hinterlassen. Für den Prozess sind 14 weitere Termine bis zum 9. Dezember geplant.

dpa

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