Prozess um nächtlichen Diebstahl im Germanischen Nationalmuseum

Zwei Studenten brachen im Sommer in das Museum ein. Foto: Daniel Karmann/Archiv
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Zwei Studenten brachen im Sommer in das Museum ein. Foto: Daniel Karmann/Archiv

Nürnberg (dpa/lby) - Eine angebliche Schnapsidee könnte zwei Erlanger Studenten für zehn Jahre ins Gefängnis bringen. Die beiden sollen im vergangenen Jahr versucht haben, ein wertvolles Gemälde von Emil Nolde aus dem Germanischen Nationalmuseum zu stehlen. Am Dienstag (2. Dezember) müssen sich die 23 und 24 Jahre alten Männer vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Sie sind wegen Hausfriedensbruchs und versuchten Diebstahls angeklagt.

Die Studenten hatten nach einer rauschenden Fußballweltmeisterschafts-Party im Juli 2014 offenbar die Nase voll vom Sport - und Lust auf ein wenig Kultur: Mit jeweils knapp einem Promille Alkohol im Blut brachen sie nachts in das Museum ein. Sie stiegen dafür auf ein Baugerüst und fanden dort eine Leiter, mit der sie durch eine offene Dachluke in das Museum gelangten.

Mit ihren Handys leuchteten die beiden Männer sich den Weg zum Gemälde "Herr und Dame", das einen Marktwert von knapp einer Million Euro hat, und nahmen es von der Wand. "Dabei haben die beiden den stillen Alarm ausgelöst", erklärte Landgerichtssprecher Michael Hammer. "Als sie mit dem Bild aus dem Museum kamen, wartete schon die Polizei auf sie."

Die beiden Männer sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Weil sie das Bild aus einer öffentlichen Ausstellung klauten und das Gemälde "eine Bedeutung für die Kunst" habe, müssten sie mit einer maximalen Haftstrafe von zehn Jahren rechnen, erklärte Hammer.

Dem Haftrichter hatten die beiden erklärt, der Diebstahl sei eine spontane Idee gewesen, die aus der Euphorie der Weltmeisterschaft entstanden sei. Das Urteil wird noch am Dienstag erwartet.

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