In Fürth

Prozessstart gegen U-Bahn-Schläger: „Aus Angst wild umhergestochen“

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Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei stehen am 01.02.2015 hinter einer Blutspur im Verteilergeschoss der U-Bahnstation an der Jakobinenstraße in Fürth. Ein 28-jähriger Mann ist an der U-Bahnstation erstochen worden.

Nürnberg - Im Prozess gegen drei mutmaßliche U-Bahn-Schläger behauptet der Hauptangeklagte, aus Angst auf das spätere Opfer eingestochen zu haben. Er behauptet, er sei zuerst angegriffen worden. 

„Mir ist wichtig, dass ich zuerst geschlagen wurde“, sagte der 20-Jährige zum Start des Prozesses am Dienstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. „Ich habe mich gewehrt. Aus Angst habe ich wild um mich gestochen. Ich habe mich eher als Opfer gefühlt.“ An das Messer in seiner Hosentasche habe er sich während der Auseinandersetzung mit dem späteren Opfer „plötzlich erinnert“.

Dem jungen Mann drohen wegen Totschlags nach Jugendstrafrecht bis zu zehn Jahre Haft. Sollte das Erwachsenenstrafrecht angewandt werden, kann die Strafe höher ausfallen. Seinem 18 Jahre alten Bruder sowie einem 17-Jährigen wird schwere Körperverletzung vorgeworfen.

Die Jugendlichen waren Anfang Februar nach einer Party betrunken an einer Fürther U-Bahnstation unterwegs. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat eine „absolute Belanglosigkeit“ dann zu einem heftigen Streit mit dem späteren Opfer geführt. Dem Hauptangeklagten zufolge ist sein kleiner Bruder betrunken auf die Freundin des späteren Opfers gestolpert. Daraufhin sei er von dem Mann mit Schlägen und Ausdrücken provoziert worden. Bisher sind fünf Prozesstage angesetzt. Am 23. Oktober wird das Gericht das Urteil fällen.

dpa

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