Dirigent muss gehen

Prügel im Georgischen Kammerorchester

Ingolstadt - Missklänge beim international renommierten Georgischen Kammerorchester Ingolstadt: Nach Auseinandersetzungen wegen des Dirigenten muss ein Musiker ärztlich behandelt werden.

Nach Auseinandersetzungen zwischen dem Dirigenten Lavard Skou Larsen, Musikern und den Kulturverantwortlichen der Stadt wird der erst ein Jahr bestehende Vertrag des Dirigenten nicht mehr verlängert. Er läuft Ende 2013 aus.

Der seit längerem schwelende Konflikt mit dem Orchesterchef gipfelte dieser Tage in einem offenen Brief von Musikern an den Ingolstädter Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU). Darin fordern sie die Absetzung Larsens. Einer der Gründe: Die Rotation von Geigern an den Notenpulten, wodurch sich offenbar einige der besseren Streicher regelrecht zurückgesetzt fühlen.

Ein Musiker wurde sogar geschlagen

Nach Informationen des „Donaukurier“ wurde ein Musiker, der den Brief an den OB nicht unterschreiben wollte, sogar geschlagen. Er musste ärztlich behandelt werden und konnte beim folgenden Konzert nicht mitspielen.

Chefdirigent Larsen bestätigt die Dissonanzen. „Ich möchte nicht freiwillig gehen, ich habe sehr viel Kraft und Arbeit in das Orchester gesteckt und das Orchester hat sich sehr verbessert“, sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. „In mir steckt ein Funken Hoffnung, dass das erkannt wird.“

Dirigent verteidigt seinen Kurs

Die Rotation der Musiker sei in anderen Orchestern durchaus üblich, erläuterte Larsen. „Das Kulturamt hat mich möglicherweise aus Unwissenheit, wie man ein Orchester führt, nicht unterstützt“, mutmaßte der Dirigent. Über seinen Führungsstil sagte er: „Ich habe ein gewisses Konzept, Qualität zu erzeugen, und davon weiche ich kaum ab.“

Die Stadtverwaltung bestätigte, dass es zwischen Orchester und Dirigent Verwerfungen gegeben und man beschlossen habe, den Vertrag mit Larsen nicht zu verlängern. Zu der Schlägerei wollte sich das Kulturamt jedoch nicht äußern.

Lavard Skou Larsen leitet das Orchester seit der Saison 2011/2012. Das 1964 im georgischen Tbilisi gegründete Kammerorchester suchte 1990 nach dem politischen Umbruch in der damaligen Sowjetunion eine neue Heimat und fand sie in Ingolstadt. Finanziert wird es von der Stadt, dem dort ansässigen Autobauer Audi und vom Freistaat Bayern.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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