Rauch-Entscheid: Kopf-an-Kopf-Rennen

München - In ganz Bayern hat am Sonntagmorgen der Volksentscheid über ein striktes Rauchverbot in der Gastronomie begonnen.

Die Wahlbeteiligung war am Vormittag noch gering, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa in den bayerische Bezirken ergab. Knapp 9,4 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Stimmt die einfache Mehrheit der Wähler mit Ja, dann wird das Rauchen in Kneipen, Gaststätten und Bierzelten ausnahmslos verboten. Andernfalls gilt die bisherige Regelung weiter, die das Rauchen in Nebenräumen von Wirtshäusern, in kleinen Kneipen und in Bierzelten erlaubt. Die Wahllokale haben bis 18.00 Uhr geöffnet.

In München waren bis 10.00 Uhr etwa 3,5 Prozent der Wahlberechtigten zur Abstimmung gegangen. “Es läuft ganz schleppend an“, sagte der stellvertretende Wahlamtsleiter Joachim Dyllick. Zusammen mit den Ergebnissen der Briefwahl lag nach seinen Angaben die Wahlbeteiligung bei 17 Prozent. Zum gleichen Zeitpunkt hatten bei der Landtagswahl 2008 rund 22 Prozent, bei der Bundestagswahl ein Jahr später 30 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

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Die Wahlbeteiligung lag am Vormittag auch in Nürnberg mit sechs Prozent nicht sonderlich hoch. “Besonders gut ist es nicht, aber in Anbetracht der Temperaturen ist es doch nicht schlecht“, sagte eine Wahlamts-Sprecherin mit Blick auf das hochsommerliche Wetter. “Viele überlegen sich, ob sie überhaupt aus dem Haus gehen.“ In Regensburg lag die Wahlbeteiligung am Vormittag bei 3,87 Prozent, in Würzburg bei 3,25 Prozent und in Augsburg bei 4,9 Prozent. “Von regem Interesse kann man nicht sprechen“, sagte Helmut Reith, der stellvertretende Abstimmungsleiter in Augsburg.

Das Ergebnis des Volksentscheids soll am späten Abend feststehen. Eine Umfrage hatte vor wenigen Tagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern eines strikten Rauchverbots vorausgesagt. Dem ging ein jahrelanger Streit voraus. Zunächst hatte der Landtag Ende 2007 mit CSU-Mehrheit ein striktes Rauchverbot eingeführt, das Anfang 2008 in Kraft trat. Nach ihren Verlusten bei den Kommunalwahlen im März 2008 nahm die CSU dann Bierzelte vorläufig wieder vom Rauchverbot aus. Im Sommer 2009 beschloss die neue CSU/FDP-Koalition dann Ausnahmen für Nebenräume von Wirtshäusern, für kleine Kneipen und auch dauerhaft für Bierzelte.

Dagegen wandten sich Rauchgegner mit einem Volksbegehren - und hatten Erfolg: Ende 2009 unterstützten mehr als zehn Prozent der Wahlberechtigten die Initiative - deshalb nun der Volksentscheid.

dpa

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